Glück als Wirtschaftsfaktor – Thema der 8. Ludwigshafener Personalgespräche

Prof. Dr. Jutta Rump
Prof. Dr. Jutta Rump

Die diesjährigen „Ludwigshafener Personalgespräche“ griffen ein weiches Thema mit harter ökonomischer Wirkung auf: Glücksökonomie und die Fragen, inwieweit Glück als Erfolgsfaktor für Unternehmen von Bedeutung sei und wie sich dieses managen lässt. Gefragt wurde nach der Definition von Glück, den Auswirkungen des Wohlbefindens auf die Leistung der Mitarbeiter und den Einflussmöglichkeiten von Führungskräften. Der Abend zeigte, dass Glückmanagement in Unternehmen keine Esoterik ist, sondern gezielte mitarbeiterzentrierte Personalführung.


Der deutschen Wirtschaft gehen jährlich über 360 Milliarden Euro verloren, weil die Menschen an ihren Arbeitsplätzen unglücklich sind. Studien belegen zudem, dass glückliche Führungskräfte auf Dauer erfolgreicher sind als unzufriedene. Anlass genug für die Gastgeberin Prof. Dr. Jutta Rump und ihr Team vom Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) auf den achten „Ludwigshafener Personalgesprächen“ Glück als ökonomischen Faktor zu betrachten. Rund 250 Personalverantwortliche aus Unternehmen und Verbänden folgten der Einladung und diskutierten in der Hochschule Ludwigshafen, ob und wie Glück zu mehr Rendite führen kann.

 

Einig war man sich, dass Glück an sich nicht wirklich messbar sei, es aber persönliche Glücksfaktoren wie das soziale Umfeld, die Wohnverhältnisse oder die Arbeit gibt, die messbar sind. Eingebettet in innovative Personalführungselemente, die die Mitarbeiter von Anfang an einbinden, die Freiräume lassen und zu Selbstmanagement auffordern, entsteht eine innere Haltung, die Zufriedenheit, Motivation und Glücksgefühle auslöst. Dies zeigte Thomas Pütter, Geschäftsführer der Nells Park Hotel GmbH in Trier, der ein eigenes Führungs-Impuls-System „F.I.S.-360°“ zusammen mit der Personalberaterin Ines Eulzer entwickelt hat. Dafür wurde er bereits vielfach ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stehen darin Selbstmanagement, klare Zielsetzungen und Zufriedenheit, und sehr viel Spirit, wie er die hohe Eigendynamik nennt. Dass seine Mitarbeiter glücklich sein müssen, nahm man seinem begeisternden Vortrag gerne ab. Er kann das auch mit harten Wachstumszahlen und Erfolgsfaktoren belegen.

 

Professor Dr. Peter Mudra, Präsident der Hochschule Ludwigshafen, begrüßte die Gäste und gab sich neugierig, wie denn dieses Thema bei den anwesenden Personalexperten aufgenommen würde. Er schloss seine Begrüßung mit einem Zitat von Seneca: „Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.“

 

Glück und Erfolg hängen zusammen, dabei gilt: glückliche Menschen sind erfolgreicher, Erfolgreiche nicht glücklicher, legte die TV-Moderatorin und „Glücks-Expertin“ Dorette Segschneider überzeugend dar. Dazu belegte sie mit vielen Zahlen und Beispielen wie relevant dieses Thema heute sei und welche Bedeutung es für die Personalführung habe. Segschneider beschrieb auch die negativen Folgen von Unzufriedenheit und Depression am Arbeitsplatz. Um einen Mind Change zu erreichen und anders zu agieren, brauchten Führungskräfte ein hohes Maß an eigener innerer Stärke und Gelassenheit. Es sei nicht mit einem Achtsamkeitstraining getan. Sie präsentierte einen ganzheitlichen Lösungsansatz, wie durch „State Management“ das eigene Verhalten besser und souveräner gesteuert werden können.

Prof. Dr. Jörg B. Kühnapfel, Professur für General Management an der Hochschule Ludwigshafen
Prof. Dr. Jörg B. Kühnapfel, Professur für General Management an der Hochschule Ludwigshafen

Prof. Dr. Jörg B. Kühnapfel, Professor an der Hochschule Ludwigshafen, machte in seinem Vortrag zielgerichtetes Handeln und Selbstdisziplin als zentrale Erfolgsfaktoren auf dem Weg zum eigenen Glück aus. Am Ende aber, so der Professor für Controlling, müsse auch die Glücksökonomie auf Rendite und Erfolg einzahlen. Er selbst greift das Thema Glücksmanagement auch an der Hochschule auf, um die Nachwuchskräfte für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

 

In der abschließenden von der Kommunikationsberaterin, Sieglinde Schneider, moderierten Diskussionsrunde wurde nochmals unterstrichen, wie wichtig Haltung und Führungsstil der Vorgesetzten sind. Die Anforderungen seien hoch. Und auch die Unternehmenskultur spiele eine große Rolle. Hierbei wurde auf die OECD verwiesen, die Glück als Ziel wirtschaftlichen Handelns proklamiert. Ob es wirklich eine Epochenwende vom Wirtschaftswachstum hin zum besseren Leben gibt, wie manche Glücksforscher behaupten, darin waren sich die Experten nicht einig. In jedem Falle aber, betonte Jutta Rump, sei eine individualisierte auf die Mitarbeiter ausgerichtete Personalpolitik der Schlüssel nicht nur zur Findung und Bindung leistungsfähiger Mitarbeiter, sondern auch zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiter, also Glück, und mehr Erfolg.

 

Das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) unter Leitung von Frau Prof. Dr. Jutta Rump (Geschäftsführerin) und Herrn Prof. Dr. Peter Mudra erforscht personalwirtschaftliche Fragestellungen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit („Employability“), dem demografischen Wandel und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Weitere Kernthemen sind die Zukunft der Arbeitswelt sowie Wissensmanagement und Wissensbilanzierung. Das IBE berät Unternehmen und Institutionen in arbeitsmarktpolitischen, personalwirtschaft-lichen und sonstigen beschäftigungsrelevanten Fragen. Aktuelle Forschungserkenntnisse werden evaluiert und ggf. direkt in die Praxis umgesetzt.

 

Prof. Dr. Jutta Rump
Institut für Beschäftigung und Employability
Ernst-Boehe-Str. 4
67059 Ludwigshafen
Tel.: 0621/5203-238
Fax.: 0621/5203-200
jutta.rump@ibe-ludwigshafen.de
www.ibe-ludwigshafen.de

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