Virtual Reality und 360-Grad Videos im Personalmarketing

Christoph Beck

Christoph Beck

Von Prof. Dr. Christoph Beck

Für die einen sind die Begriffe wie Augmented- und Virtual-Reality noch ziemlich amorphe Bezeichnungen, während die anderen bereits nach konkreten Einsatzmöglichkeiten suchen und die ersten Anwendungen umsetzen. Während Augmented- Reality die Realität erweitert, bedeutet Virtual-Reality das komplette Eintauchen in eine virtuelle Welt und die Verbreitung nimmt von Tag zu Tag zu. Wenn sowohl Barack Obama und Angela Merkel sich mit VR-Brillen fotografieren lassen und Mark Zuckerberg in VR den nächsten großen Technologietrend sieht, dann ist dies Grund genug, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Immerhin zeigt eine Umfrage von JobStairs unter HR-Verantwortlichen, dass sich 60% der Befragten bereits intensiv mit der neuen Technologie und den Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzen (vgl. Haufe Online Redaktion 2016).

Die ersten Anwendungen im Personalmarketing und Recruiting machen dementsprechend Furore. So startete die British Army im Jahr 2015 eine Kampagne unter dem Titel „Normal Day“. Hierbei wurden Panzer der Armee an öffentlichen Orten wie Bahnhöfe in London und Manchester platziert und die  Passanten wurden nun mittels der VR-Brille in eine virtuelle Welt entführt, wo sie in Form von 360-Grad-Ansichten in den Alltag eines Armeemitglieds eintauchen konnten (vgl. Visualise 2016).

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Jobware Virtual Reality im Personalmarketing

Auch Deloitte hat seine Kommunikation um VR-Videos erweitert und macht verschiedene Standorte des Unternehmens durch 360-Grad-Ansichten erlebbar. Potenzielle Mitarbeiter können ortsunabhängig und authentisch das Unternehmen erkunden, wobei auch potenzielle Arbeitsfelder, aber auch die jeweilige Stadt und ausgewählte Kollegen vorgestellt werden. Auch die Deutsche Bahn, die EnBW AG und zunehmend weitere Unternehmen setzen im Personalmarketing auf die virtuelle Realität.

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Deloitte Virtual Reality Promotion

Die Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen werden von den „First-Movern“ ausgelotet. Der  Einsatz von Augmented-Reality zur Erweiterung von Printanzeigen, über den Einsatz von 360-Grad-Videos zur Darstellung bzw. dem Erleben von Unternehmensstandorten, Arbeits- und Tätigkeitsbereichen bis hin zum Einsatz von VR-Brillen auf Karriere- und Recruiting-Messen scheint alles möglich.

 

Selbstverständlich stehen den Chancen wie crossmediale Kommunikation, höhere Reichweiten, gesteigerte Aufmerksamkeit, multisensuale Ansprache, besseres Erleben, höhere Verweildauern, gesteigerte Erinnerungswerte etc. den Grenzen wie z.B. höherer Ressourceneinsatz, herausfordernde Inhaltskonzeptionen, mögliche technische Probleme, Verbreitungs- und Akzeptanzgrad und noch ungesicherte Wirkungsmessungen entgegen.

 

Aber es ist vielleicht wie immer eine Frage des Blickwinkels. Für den einen ist das Glass halb voll, während für den anderen das Glas halb leer ist. Und natürlich könnte man jetzt all die Argumente wieder anbringen, die allzu gerne genommen werden, wie z.B. dies ist „nur“ etwas für größere Unternehmen etc.

 

Jan Schüttler

Jan Schüttler

Doch ganz so leicht ist es hierbei nicht. Es geht immerhin um neue technische Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten die nach allen Prognosen keinen Hype darstellen, sondern die künftige Realität bestimmen. Insofern stellt Jan Schüttler (Bayer) in seinem Vortrag auf dem Recruiting Convent 2017 die richtige Frage, wenn er seinen Vortragstitel wie folgt wählt: „Virtual Reality und 360 Grad-Video im Personalmarketing – Technik-Hype oder Paradigmenwechsel?“. Immerhin gehört Bayer zu den führenden Unternehmen, die schon eine Reihe von Erfahrungen in der Entwicklung und im Einsatz von Virtual Reality und 360-Grad Videos im Personalmarketing gesammelt haben.

 

Jenseits der Frage der eigenen Nutzung liegt es in der Verantwortung von Personalmarketing und Recruiting, u.a. technische Entwicklungen zu verfolgen und ebenso neue Instrumente und ihre Möglichkeiten und Grenzen zu kennen. Dies ist die Voraussetzung für den bewussten Entscheidungsprozess neue Personalmarketing-Instrumente einzusetzen oder eben nicht.

Der Recruiting Convent 2017, als eines der Top-Events im Bereich Personalmarketing und Recruiting findet am 22. und 23. Mai im Tagungszentrum des Erzbistums Köln, d.h. im Kardinal Schulte Haus in Bergisch Gladbach (Bensberg).statt.

 

Informationen und Anmeldungen zum Recruiting Convent 2017 unter: www.recruiting-convent.de

 

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