Ja-Sager und Schleimer bedrohen den Unternehmenserfolg

Johann Wiesböck

 Johann Wiesböck

Wenn berechtigte Kritik an Entscheidungen nicht erwünscht ist und Führungskräfte unantastbar scheinen, krankt die Unternehmenskultur. Der Mitarbeiter wird zum Ja-Sager. Aber das ist gefährlich fürs Unternehmen.

Wer kennt sie nicht, die Schmeichler, Schleimer und Ja-Sager? Oft wurzelt das Verhalten in einer falsch verstandenen Loyalität gegenüber der Chefetage. „Was wie Klatsch aus der Büroküche daherkommt, ist leider ein ernstes Problem“, betont Martin Beims, geschäftsführender Gesellschafter der aretas GmbH. „Aus dem alltäglichen Ärgernis kann sich schnell ein Risiko für den ganzen Betrieb und schließlich für den Unternehmenserfolg entwickeln.“

Martin Beims, aretas: „Noch immer erwarten viele Führungskräfte vom Mitarbeiter ein angepasstes Verhalten und verpassen damit dich Chance, auf eigene Fehler aufmerksam gemacht zu werden.“
Martin Beims, aretas: „Noch immer erwarten viele Führungskräfte vom Mitarbeiter ein angepasstes Verhalten und verpassen damit dich Chance, auf eigene Fehler aufmerksam gemacht zu werden.“(Bild: Aretas GmbH)

Letztlich sorgen Ja-Sager dafür, dass Entscheidungen von der Führungsebene stets für gut befunden werden, auch wenn dies vielleicht in Wirklichkeit nicht zutrifft. So nehmen konfliktscheue Mitarbeiter ungünstige Beschlüsse in Kauf, die dem Unternehmen schlussendlich sogar schaden können. Für eine selbstbewusste Belegschaft sorgt hingegen eine offene Unternehmenskultur, die konstruktive Kritik belohnt, statt sie abzustrafen. Was können die Vorgesetzten tun, um eine Ja-Sager-Kultur zu verhindern und eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen?

Vielfach liegt das schmeichlerische Verhalten der Angestellten in einer mangelnden Feedback-Kultur begründet: Wenn berechtigte Kritik an Entscheidungen nicht erwünscht ist und Führungskräfte unantastbar scheinen, krankt die Unternehmenskultur an mangelndem gegenseitigem Vertrauen. Vielerorts prägt Gehorsam und Patriarchentum noch immer das Betriebsklima.

„Diese Atmosphäre bringt Mitarbeiter hervor, die sich in erster Linie der eigenen Karriere und nicht dem Unternehmen verpflichtet fühlen“, erklärt Beims, „und dann nur aus taktischen Überlegungen heraus agieren und im schlimmsten Fall dadurch Innovationen verhindern oder sogar den Erfolg des Unternehmens gefährden.“
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