Generation Z als Herausforderung für Arbeitgeber

Die Generation Z will kein Homeoffice. Worauf die Fachkräfte von morgen tatsächlich Wert legen. Ratschläge für Arbeitgeber und Personalchefs.

 

Die Bezeichnung „Generation Z“ steht für die jungen Menschen, die aktuell von der Schulbank zum Arbeitsplatz wechseln. Für die Unternehmen ist diese Generation sehr wichtig. Entsprechend werden die Schulabgänger und Studenten fleißig umworben. Wie sich zeigt, prallen dabei zwei Welten aufeinander. Die Experten von morgen bringen nämlich ganz eigene Vorstellungen und Wünsche mit. Dabei steht die Welt der Arbeitgeber vor mehreren Herausforderungen, wenn sie die Generation Z für sich gewinnen möchte.

 

Zuhause arbeiten, nein danke! Die Generation Z hat andere Wünsche. Foto: Unsplash [CC0], via Wikimedia Commons

Work-Life-Balance in ganz neuer Form

 

Interviews und Dokus über US-Sportwagen wie den Ford Mustang oder die Corvette zeigen begeisterte Entwicklerteams, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausüben. Dazu gehört auch, dass ein klassischer Feierabend wegfällt. So verbringen oft auch die Freizeit damit, gemeinsam an ihren Projekten zu feilen. Ein Traum für jeden Arbeitgeber!

 

In Deutschland sind ähnliche Situationen bekannt: Nur, dass es hier der Druck der Leistungsgesellschaft ist, der Freizeit zum seltenen Gut gemacht hat. Wer Erfolg haben will, muss arbeiten. Dass Karriere und Familie dabei nicht harmonieren, wurde und wird als Faktum betrachtet, dem man sich nicht entziehen kann. Die Generation Z sieht das anders: Für sie ist „Work-Life-Balance“ keine Angelegenheit, für die die Angestellten selbst verantwortlich sind. Stattdessen hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass diese uneingeschränkt möglich ist. Wer auch morgen die besten Mitarbeiter/innen bei sich versammeln möchte, wird umdenken müssen.

 

Homeoffice war gestern

 

Wie eine Ausbildungsstudie von McDonalds zeigte, legt nur ein kleiner Teil der neuen Generation Wert auf Vorzüge wie ein Homeoffice. Was gestern als Annehmlichkeit galt, ist in ihren Augen ein Störfaktor. Die Studienabgänger und Abiturienten verlangen eine klare Trennung von Beruf und Freizeit. Sie möchten die Arbeit weder mit nach Hause nehmen, noch dort ausüben. Arbeitsplatz hier, Privatleben dort. Dass Unternehmen ein Homeoffice oft als Vorzug betrachten, der Bewerber anspricht, zeigt, wie groß die Abweichungen zwischen den Vorstellungen sind. Es überrascht nicht, dass manche Mitglieder der Generation Z gelegentlich das Gefühl verspüren, Minderjährige auf der Flucht zu sein.

 

Klare Strukturen sind gefragt

 

Es gab eine Zeit, in der die Menschen an feste Arbeitszeiten gewohnt waren. Das klassische „9-to-5-Modell“, von dem Dolly Parton einst sang. Später wurde dieses Konzept zugunsten flexibler Arbeitszeiten aufgeweicht. Ein Modell, das auch heute noch von Industrie-Vorständen beworben wird. Damit treffen sie bei den künftigen Angestellten jedoch auf wenig Gegenliebe. Diese bevorzugen klare Strukturen, nach denen sie ihre (Frei-)Zeit ausrichten können. Hier könnte eine Zwischenlösung den Idealzustand herstellen: Klare Strukturen mit der Option auf flexiblere Modelle, wenn dies gewünscht ist.

 

Beruflicher Erfolg, neu definiert

Gestern noch ein echtes Argument: Der Firmenwagen. By 1bumer [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0) or CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons
Statussymbole wie ein Firmenwagen haben ausgedient! Was zugegeben etwas provokant klingt, ist gar nicht so weit von der Realität entfernt. Arbeitgeber, die bei der neuen Generation punkten möchten, sollten primär nicht mit diesen „Statussymbolen“ werben. Sicherlich ist ein Firmenwagen eine tolle Sache. Aber nicht, wenn dieser letztlich als „Wohnungsersatz“ dient. Betrachten Sie es als eine Annehmlichkeit, die Bewerber sicherlich gerne annehmen. Aber nicht, wenn dieser Wagen sie jeden Tag spät in der Nacht nach Hause bringt, wo sie ins Bett fallen, um am nächsten Morgen gleich wieder in die Arbeit zu fahren.

 

Und trotzdem: Vergütungen müssen sein

 

Wir leben in einer Zeit der steigenden Ausgaben, denen wachsende Einschränkungen im sozialen System gegenüberstehen. So ist das Gesundheitssystem nicht mehr so großzügig wie einst. Egal, ob es um Sehhilfen oder Zahnersatz geht: Die Bürger müssen sich heute stärker an den Kosten beteiligen als einst. Insbesondere die Altersvorsorge liegt weitaus stärker in den eigenen Händen als bei früheren Generationen. Die Millennials haben diesen Umstand erkannt. Aspekte wie Einkommen und Karriereförderung nehmen daher einen wichtigen Platz auf ihrer Wunschliste ein.

 

Der Wechselwille ist stark ausgeprägt

 

Statistiken zeigen, dass die neue Generation keinen übermäßigen Wert darauf legt, ihr ganzes Leben in einem Betrieb zu verbringen. Tatsächlich kalkulieren viele von ihnen ein, nach Ende des Studiums mehrfach den Arbeitgeber zu wechseln. Dabei geht es darum, neue Erfahrungen zu sammeln und zu wachsen. Auch ist die Bereitschaft, Unwohlsein in Kauf zu nehmen, um eine Arbeit zu haben, sehr gering. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter/innen halten möchten, tun Sie gut daran, Ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Abwechslungsreiche Tätigkeiten, die Chance zu persönlichem Wachstum und spannende Herausforderungen sind das Salz in der Suppe!

 

Technologie – spannend und zeitgemäß

 

Wer heute das Abitur oder Studium abschließt, ist mit den aktuellen Technologien bestens vertraut. Was für die fortgeschrittene Generation sehr spannend ist, wird von jungen Leuten oft nur mit einem Gähnen abgetan. Berücksichtigen Sie dies, wenn sie Bewerbern vorschwärmen, dass sie dienstliche E-Mails auch mit dem Smartphone lesen können, oder sie im Betrieb WhatsApp nutzen.

 

 

Quellen:

 

https://insights.staffbase.com/blog-de/5-wege-ein-besserer-arbeitgeber-für-millennials-und-genz-zu-werden

Generation Z: „Homeoffice? Nein danke!“