Überdurchschnittliche Sozialausgaben in Deutschland

Die OECD hat heute aktuelle Daten zu Sozialausgaben vorgelegt. In Deutschland und Österreich lag der Anteil öffentlicher Sozialausgaben am BIP mit 25,1 Prozent bzw. 26,6 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 20,1 Prozent. In beiden Ländern ist seit 1990 die Sozialausgabenquote ungefähr so schnell gestiegen wie im OECD-Durchschnitt. Im internationalen Vergleich sind die öffentlichen Sozialausgaben (dazu zählen u.a. Ausgaben für Alterssicherung, Gesundheitsversorgung und Arbeitslosenunterstützung) in Frankreich (31,2 Prozent) und Belgien (28,9 Prozent) am höchsten und in Mexiko (7,5 Prozent) sowie Chile (10,9 Prozent) am niedrigsten.

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Betrachtet man die zentralen Pfeiler der öffentlichen Sozialausgaben in OECD-Ländern, sind Renten (8 Prozent des BIPs) und Gesundheitsausgaben (5,7 Prozent des BIPs) die größten Posten. Die Rentenausgaben variieren aufgrund unterschiedlicher demographischer Strukturen und der länderspezifischen Rentensysteme stark. In Österreich werden 13,3 Prozent des BIPs und in Deutschland 10,1 Prozent für die Altersversorgung aufgebracht, gegenüber 8 Prozent im OECD-Schnitt.

Bei den öffentlichen Gesundheitsausgaben liegen Frankreich, die USA und Deutschland mit rund 8 Prozent des BIPs in der Spitzengruppe, ein um 3 Prozentpunkte höherer Wert als der OECD-Durchschnitt. In der Schweiz hingegen liegen die öffentlichen Ausgaben für Renten und Gesundheit mit 6,5 Prozent und 3 Prozent des BIPs deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Durch private Versicherungen gedeckte Gesundheitsausgaben sind hier nicht berücksichtigt.

Die wirtschaftliche Erholung hat dazu geführt, dass die öffentlichen Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung von durchschnittlich einem Prozent im Jahr 2010 auf 0,7 Prozent des BIPs im Jahr 2015 gesunken sind, wobei die stärksten Rückgänge in Belgien und Deutschland zu verzeichnen sind.

Eine 8-seitige Zusammenfassung und die Daten finden Sie hier: www.oecd.org/berlin/presse/aktuelle-zahlen-zu-oeffentlichen-sozialausgaben-23012019.htm

 

Quelle: OECD