Begrenzte Wirkung: Nur bei 26% der Kandidaten gelingt Steigerung der Arbeitgeberattraktivität durch Social Media

Florian Schreckenbach
Florian Schreckenbach

In der dritten Auflage der 2010 gestarteten Social Media Personalmarketing Studie wurden Unternehmens- und Kandidatenseite abgeglichen. Dabei zeigt sich zwar eine Zunahme des Reifegrades seit 2010, aber auch in 2014 gelingt es nur bei 26% der Kandidaten überhaupt einem einzigen Unternehmen, sich durch Social Media Aktivitäten als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

Bei 26% der Kandidaten hat mindestens ein Unternehmen durch seine Social Media Aktivitäten an Attraktivität als Arbeitgeber gewonnen und damit die angedachte Wirkung erzielt. Dies ist zwar eine deutliche Steigerung gegenüber den 9% und 12% aus den früheren Studien, aber es zeigt auch noch Optimierungspotenzial. Dabei nutzen die untersuchten Unternehmen im Durchschnitt mehr Social Media Kanäle als die Kandidaten. Unternehmen sollten dieses Ergebnis durchaus auch als Anlass nehmen, einmal zu überprüfen, ob man nicht unnötig breit aufgestellt ist und seine Kräfte besser bündeln sollte.

Überraschend auf Kandidatenseite ist, dass Fach- und Führungskräfte im Hinblick auf Arbeitgeberinformationen und Jobs aktiver auf den Social Media Kanälen sind als Studenten, obwohl letztere meist die Hauptzielgruppe der Social Media Aktivitäten ist. Dies ergab die von der Wiesbaden Business School und der Unternehmensberatung embrander zum dritten Mal seit 2010 durchgeführte „Social Media Personalmarketing Studie 2014“, die die Unternehmens- und Kandidatenseite betrachtet und gegenüberstellt. Es haben 368 Personen an der Studie teilgenommen.

In 2010 gab es noch eine deutliche Diskrepanz zwischen den veröffentlichten und den gewünschten Inhalten. Hinsichtlich der offenen Stellen und Erfahrungsberichten konnte die Kandidatenwünsche in 2014 auch bedient werden. Allerdings lässt sich bei der Informationsbereitstellung für Bewerber und dem Eingehen auf Vision, Mission & Strategie ein Rückschritt ausmachen. Hier sind von Kandidaten tiefere Einblicke gewünscht.

Die untersuchten Unternehmen sind im Durchschnitt schon ziemlich aktiv in sozialen Medien: Ungefähr ein Drittel der Unternehmen nutzen Social Media intensiv im Personalmarketing. Bei den Zielen des Social Media-Einsatzes dominiert Employer Branding vor Recruiting. Hinsichtlich der Zielerreichung bzw. des bisherigen Erfolgs des Social Media Einsatzes im Personalmarketing zeigt sich ein gemischtes Bild. Nur 8% der Unternehmen spricht von einem hohen messbaren Erfolg. Die größten messbaren Erfolge zeigen sich im Social Media Recruiting. Zur Erfolgsmessung werden im Hinblick auf das Employer Branding vor allem die Kontaktzahlen genutzt, d.h. Anzahl der Besucher auf der Karriere-Webseite (61%), Follower/Fans (61%) und Bewerberinteraktionen (55%). Im Bereich des Recruitings steht die Anzahl an Bewerbungen im Vordergrund (64%).

Ein kostenloser Ergebnisbericht der Studie „Social Media Personalmarketing Studie 2014“ steht zum Download auf der Webseite von embrander bereit.

Kontaktdaten der beiden Autoren

embrander – branding conversations
Florian Schreckenbach
Tel.: 0221 6777 46 44
E-Mail: presse@embrander.de

Prof. Dr. Thorsten Petry
Lehrstuhl für Organisation & Personalmanagement
Wiesbaden Business School / Hochschule RheinMain
E-Mail: thorsten.petry@hs-rm.de

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