Von der ‘Post and Pray’-Methode zur aktiven Rekrutierung von Fachkräften

Paradigmenwechsel in der Personalauswahl: Laut aktueller Talentry Studie sollte Active Sourcing zentraler Bestandteil der Recruiting-Strategie sein

 

 

Carl Hoffmann
Carl Hoffmann

Unternehmen sind in der aktiven Rekrutierung von Kandidaten noch nicht gut genug aufgestellt. Bisher kamen nur 13,8 % der Befragten durch die aktive Ansprache von Unternehmen zu ihrer derzeitigen Stelle. Im Gegensatz dazu sind 94,2 % der potentiellen Kandidaten generell damit einverstanden für ein neues Jobangebot von Unternehmen direkt kontaktiert zu werden. 20,5 % der Studienteilnehmer gaben an, dass sie zwar nicht aktiv suchen, jedoch gerne ihren Job wechseln würden. Dies sind nur einige von vielen neuen Recruiting-Erkenntnissen einer aktuellen Studie, welche die Talentry GmbH gemeinsam mit der Technischen Universität München durchgeführt hat.

 

Basierend auf 257 Online-Fragebögen und Tiefeninterviews mit Personalabteilungen, HR-Verantwortlichen und -Bloggern wurde mehrere Monate zu Active Sourcing, Social Recruiting, Empfehlungsprogrammen und HR-Trends geforscht. Die aktive Ansprache potentieller Kandidaten birgt großes Potential bei der Besetzung offener  Stellen.

 

Dabei werden nicht nur Kandidaten erreicht, die aktiv auf Jobsuche sind, sondern auch ein großer Pool an sogenannten passiven Kandidaten. Vor allem im Hinblick auf den demografischen Wandel und dem damit einhergehenden War for Talents, beschreiten Unternehmen zunehmend neue Wege, um ihre Vakanzen mit den richtigen Kandidaten besetzen zu können.

 

Bisher wurden knapp drei Viertel der befragten Personen ein- oder mehrmals mit einem Jobangebot kontaktiert, ohne aktiv auf der Suche gewesen zu sein. Dabei hat die Direktansprache durch das Unternehmen auf über 90 % der Kandidaten positiv oder neutral gewirkt. Dies bestätigt die Offenheit der Kandidaten gegenüber einer aktiven Recruiting-Strategie. So hat sich sogar durch die aktive Ansprache bei 29,1 % der Teilnehmer das Bild vom Unternehmen verbessert.

 

Carl Hoffmann, Geschäftsführer von Talentry: „Unsere Studie zeigt, dass die Direktansprache von Kandidaten einen ganz zentralen Beitrag zum Aufbau und der Pflege einer attraktiven Arbeitgebermarke leistet. Unternehmen sind heute gut beraten, bei ihren Recruiting-Maßnahmen auf Multi-Channel-Strategien zu setzen, um morgen den passenden Mitarbeiter unter Vertrag zu haben.“

 

40,3 % der Studienteilnehmer haben bisher ihre Jobsuche selbst in die Hand genommen. Rund ein Viertel der Befragten wurde von Mitarbeitern empfohlen. 76,6 % der Teilnehmer, welche ein Jobangebot durch einen Freund vermittelt bekamen, empfanden dies als positiv. Diese Zahlen sollten sich Personaler genauer anschauen, denn Mitarbeiterempfehlungen, ein Instrument des Active Sourcings, gelten als aussichtsreichste Einstellungsmaßnahme. Zum gleichen Ergebnis kommt der Kurzbericht des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung.

 

Wenn Unternehmen den Weg der aktiven Kandidatenansprache wählen, sollten sich diese Gedanken machen, wo sich vielversprechende Kandidaten aufhalten. Je nach Fachrichtung und Karrierelevel, können dies Social Business Networks, Lebenslaufdatenbanken, Karriereplattformen, Blogs, Foren oder bestimmte Veranstaltungen sein.

Im Rahmen der Umfrage wurde herausgefunden, dass unterschiedliche Fachbereiche auf verschiedenen Social Networks vertreten sind. So wird beispielsweise Instagram zu 54,2 % von kreativen Fachbereichen genutzt, wie z.B. Design. Lediglich 24,3 % der Instagram-Nutzer kommt aus dem MINT-Bereich.

 

Ein Hinweis darauf, ob Kandidaten, die durch eine aktive Suchstrategie identifiziert worden sind, offen für einen Wechsel sind, gibt häufig die Betriebszugehörigkeit. Liegt diese bereits bei 2-3 Jahren, zeigen Arbeitnehmer eine höhere Wechselbereitschaft als jene, die erst kürzlich eine neue Arbeitsstelle angetreten haben. Außerdem weisen neben der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens, kürzlich überarbeitete Profile auf professionellen Netzwerken, wie LinkedIn oder XING, oft darauf hin, dass Kandidaten offen für einen Jobwechsel sind.

 

Über Talentry

Talentry wurde gegründet, um den gegenwärtigen sowie zukünftigen Herausforderungen im Recruiting optimal begegnen zu können. Recruiting über Kanäle wie Printmedien, Stellenbörsen oder Headhunter ist längst nicht mehr zeitgemäß und auch immer seltener von Erfolg gekrönt. Die Herausforderungen sind in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden:

Vom Fachkräftemangel über den Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt bis zur vermehrten Nutzung mobiler Endgeräte – Personalverantwortliche sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert, denen es möglichst zeitnah zu begegnen gilt, wenn man im Kampf um die geeignetsten Kandidaten seinen Konkurrenten nicht unterlegen sein möchte.

Talentry GmbH
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