Google for Jobs leidet unter Porno Hack

Recruiter können schon einmal Schnappatmung bekommen, wenn ihre liebevoll gestaltete und getextete Stellenanzeige in einem Umfeld erscheint, das so gar nicht zur eigenen Employer Reputation passt. So musste Google for Jobs erleiden, dass Stellenanzeigen des Personaldienstleister Orizon mit gewissen Zutaten garniert wurden, auf die so mancher Personaler gerne verzichtet hätte. Die Rede ist von einem „Apply Button“, der durch einen Porno-Hack manipuliert wurde und beim klicken zu einer Porno-Dating Seite führt.

 

Wir erinnern uns

Die mit viel Vorschußlorbeeren angekündigte und mittlerweile auch in Deutschland verfügbare Suchmethode „Google for Jobs“ sollte – wenn es nach der Strategie der Google-Ingenieure ging, das Recruiting revolutionieren und die Suche nach Stellenanzeigen wesentlich effektiver gestalten.

Nun ist diese Propaganda auch den Hackern der Porno-Industrie zu Ohren gekommen – und sie haben es gleich schamlos ausgenutzt. Opfer dieses Porno-Hacks wurde die in Augsburg ansässige Personalvermittlungsfirma Orizon. Bei deren Stellenanzeigen landen Bewerber, die den falschen Apply-Button anklicken auf einer bunten Seite mit schönen Bildern – ein Dating-Service lässt grüßen.

 

Wer macht so etwas?

Die Frage nach der Motivation von Porno-Hackern ist spannend. Auf der IHK-Jahrestagung Cybersecuritiy in Frankfurt lieferte Tomasz Niemiec, Geschäftsführer, dopeprotect, Youtuber und Kenner der Hacker-Szene die überraschende, aber einfach Antwort: Es geht um die Aufmerksamkeit innerhalb der Szene.

 

Tomasz Niemiec

Die Bandbreite der geschädigten Unternehmen ist groß und enthält unter anderem eine renommierte Unternehmensberatung in Kronberg am Taunus. Doch wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Am Ende der Stellenanzeigen verspricht Orizon, sich um alle Belange des Datenschutzes zu kümmern:

Wir nehmen den Schutz Ihrer personenbezogenen Daten ernst: www.orizon.de/datenschutzvereinbarungen

Nachtrag

Heute erreichte uns eine Stellungnahme von Orizon, die wir gerne nachtragen:

Wie Sie in Ihrem Artikel https://crosswater-job-guide.com/archives/76385/google-for-jobs-leidet-unter-porno-hack/ berichtet haben, kam es auf Google for Jobs zu einer SPAM-Attacke, von der leider auch einige Stellenanzeigen von Orizon auf der Plattform betroffen waren. Wir haben die Probleme direkt nach Bekanntwerden an Google gemeldet, was nach unserem Kenntnisstand dafür gesorgt hat, dass bereits seit gestern Mittag alle entsprechenden SPAM-Links aus unseren Anzeigen verschwunden sind.

Orizon ist beim Recruiting stets daran interessiert, auch neue Möglichkeiten wie Google for Jobs frühzeitig zu testen und zu evaluieren. Dabei besteht naturgemäß ein gewisses Risiko, dass technische Probleme auftreten oder aber ein Anbieter ein System noch nicht so vor Manipulation geschützt hat, wie es sich jeder Nutzer wünschen würde. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass Google eine Lösung findet, um derartige Probleme in der Zukunft systemseitig zu vermeiden.

Nichtsdestotrotz: Orizon nimmt Datenschutz und IT-Sicherheit sehr ernst, so dass wir die verbliebenen SPAM-Links nochmals überprüft haben. Glücklicherweise waren die Bezeichnungen der SPAM-Links für die Bewerbung so eindeutig irrelevant, dass grundsätzlich nur ein geringes Risiko bestand, dass sie überhaupt angeklickt werden. Eine kurze Sichtung der gestern Morgen noch erreichbaren Seite zeigte jedoch, dass durch das alleinige Aufrufen der URL allem Anschein nach kein unmittelbares Risiko für die Nutzer bestanden hat.

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1 Kommentar zu „Google for Jobs leidet unter Porno Hack“

  1. Carsten Bleek

    Gut beobachtet. Was mir auffällt, das bei mir seit heute das Google Jobs Feature nicht mehr funktioniert.

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