Mit Tandem-Sourcing dem Fachkräftemangel trotzen und gleichzeitig von Zero zum Active Sourcing-Hero werden.

Interview mit Barbara Braehmer 

Heute wird Active Sourcing als die Allzweck-Waffe im Fachkräftemangel gehypt. Aber selbst moderne Recruiter und Sourcer , die viel wissen und auch schon Active Sourcing betrieben haben, stoßen durch die schnellen Änderungen der VUCA-Welt bei qualifizierten, proaktiven Suchen heute bereits immer wieder an ihre Grenzen.

Barbara Braehmer
Barbara Braehmer, Intercessio

Frage an Barbara Braehmer: Woher kommen deiner Meinung nach die vielen Klagen, dass Active Sourcing so schwer sei? Man hört hier und da, dass die Tools angeblich versagen oder die Fischteiche in Social Media leergefischt seien. Oder angeblich so viele Kandidaten in der proaktiven Online-Ansprache von Kandidaten unterwegs sind und diese auch noch schlecht ansprechen. Sind das die Ursachen, der Probleme?

Antwort Barbara Braehmer:

Das ist tatsächlich so, dass Active Sourcing beliebt ist. Bei einfachen Suchen kann man erkennen, dass viele auch bereits gute, erste Erfolge haben. Doch bei qualifizierten Suchen nach talentierten Kandidaten, sieht das alles anders aus – hier versagen die einfachen Suchen und intuitiven Vorgehensweisen. Oft hängen hier die Sourcer in dauerhaften Experimentierschleifen wie im Hamsterrad fest und finden keine weiteren, guten Kandidaten.

Doch jetzt zu sagen: Alle bitte ins fortgeschrittenen Training und dann ist gut, wäre nicht die Lösung. Denn kaum einer braucht alles im Active Sourcing – oder alle Experten-Tools oder Hacks. Aber auf der anderen Seite haben viele Sourcer nur 10-15 Stunden im Monat für das Active Sourcing Zeit, da müssen die Prozesse sitzen.

Im Sourcing ist es wie im Bergsteigen: Es ist möglich, den Mount Everest oder K2 zu besteigen – aber nicht sinnvoll für jemand, der nicht Tage mit Training dafür verbringen will. So ist ein wichtiger Bestandteil des Sourcing Erfolgs, ein Blick für das Machbare, das Wesentliche und damit vor allem eine effiziente Vorgehensweise zu haben und sich darauf zu konzentrieren, was man wirklich braucht. Dieser Blick scheint derzeit bei vielen verstellt zu sein.

K2

Die Ursache der aktuellen Probleme sehe ich zusätzlich darin: Recruiter und Sourcer, die keine professionelle und damit fortgeschrittene Sourcing Ausbildung haben, suchen alle auf die gleiche Weise: Sie geben die immer gleichen Keywords für ähnliche Funktionen ein. Ich berate, trainiere und coache nun seit 7 Jahren Unternehmen im effizienten Active Sourcing und kann immer direkt sagen, wie der Trainingsteilnehmer oder Coachee suchen wird – so sehr ähneln sich die Vorgehensweisen seit Jahren.

Aber es ist definitiv so, dass bei gleichen Suchen fast alle auf ähnliche und damit fast die gleichen Kandidaten treffen – und diese sprechen sie auch noch fast analog an. Das Ergebnis ist, dass die Antwortrate sinkt und die Aggression steigt – so manches kommt derzeit auf Automatisierungsgedanken, die sehr kontraproduktiv für den ganzen Prozess und das Ergebnis aller ist.

Frage an Barbara Braehmer: Was ist die Lösung für Active Sourcer aus dieser Sackgasse aus deiner Sicht? Was empfiehlst du einem Sourcer, der qualifizierte Kandidaten in einem vom Fachkräftemangel betroffen Umfeld sucht?

Antwort Barbara Braehmer:

Auch im Active Sourcing gilt: Nur wer anders sucht, wird auch andere Kandidaten finden. Es ist definitiv so, dass man nicht mit einfachen Suchen und einfacher Usage von Tools qualifizierte Kandidaten finden kann. Je höher die Erwartungen an einen Kandidaten in Kompetenz, Fähigkeiten, Skill- und Mindset ist, desto komplizierter wird der Suchprozess. Und der erfolgreiche Suchprozess endet in diesem Fall nicht mit dem Finden, sondern mit dem Gewinnen der Kandidaten.

Doch erfolgreiches, professionelles Active Sourcing ist kein Hexenwerk. Der Unterschied in der Vorgehensweise zum einfachen proaktiven Recruiting ist ein eigener, eben auch professioneller, qualifizierter Prozess und Ablauf. Diesen zu lernen, erfordert Übung in der Umsetzung und ist nicht allein mit einem Active Sourcing Training getan. Auch ein paar Stunden Coaching helfen hier nicht. Der Lerntransfer kommt erst durch das Tun, die Praxis und das Feedback, damit man besser werden kann.

Ein Sourcer* kann somit diesen Prozess alleine oder im Team üben und die Umsetzung experimentell durchführen (und so durch Trial-and Error lernen). Autodidaktisch wird es nach meiner Erfahrung meist über ein Jahr bzw. mindestens 10 Projekten dauern, bis der Sourcing Prozess auf der professionellen Ebene sitzt, dass der Sourcer* auch qualifizierte Kandidaten gezielt finden und gewinnen kann.

Frage an Barbara Braehmer: Diese Zeit haben viele Unternehmen nicht. Wie ich gehört habe, gibt es eine Abkürzung, um professionell mit Active Sourcing qualifiziert zu suchen und zu erfolgreich zu finden. Ihr nennt diesen Personalbeschaffungs-Service Tandem-Sourcing. Kannst du uns erklären, wie er Unternehmen hilft?

Antwort Barbara Braehmer:

Richtig, wie nennen unseren innovativen Personalgewinnungs-Service Tandem Sourcing, denn wir sourcen zusammen mit den Kunden. Er hat sich tatsächlich als Turbo entpuppt, was wir gar nicht vorher geplant haben, aber durch die Effizienz der Vorgehensweise kommt: Er vereinfacht den Prozess. Tandem Sourcing ist die Verbindung von Training, Beratung, Coaching-on-the-job und vor allem: Doing. Da dies online geschieht, ist er schnell und flexibel.

Unser Ziel ist, dass die Ansprechpartner beim Kunden mit unserer Expertise nicht einfach nur eine Stelle durch mehr Kandidaten besetzen oder Trainings- und Coaching Einheiten erhalten, sondern dass wir transparent und offen zusammen eine Talent-Pipeline beim Kunden aufbauen.

Während wir suchen und unser Kunde immer über das, was wir tun informiert ist, führen wir so oft und so intensiv wie der Kunde es wünscht gemeinsame Online-Sessions und Coachings durch. Sollte der Kunde erst einmal nur beobachten wollen oder keine Zeit haben, wir suchen immer in der vereinbarten Weise weiter. Der Kunde kann entscheiden, welche Form für ihn passt: Er kann ganz auf den Coaching Anteil verzichten – aber auch selbst die Kandidaten ansprechen. Somit bestimmt er das Tempo seines Lernfortschritts selbst.

Gerade für Sourcing Anfänger ist ein Tandem-Sourcing Projekt ein Turbo der Active Sourcing Aktivitäten. Man lernt nicht nur den Sourcing Prozess kennen, sondern kann auch die Tools prüfen, ohne in diese bereits investiert zu haben. So sind gleichzeitig auch fundierte Investitionsentscheidungen oder auch Organisationsentscheidungen möglich, da man wie in einem Pilot sieht, was man tun kann, um effizienter und nahtloser Recruiting und Sourcing zu kombinieren.

Wir bieten Tandem-Sourcing nun seit 3 Jahren an und es hat sich bewährt. Wir besetzen in 80 % der Projekte die Positionen. Er ist bei Unternehmen, die mit dem Active Sourcing starten, wie auch bei Profis sehr beliebt. Vor allem, weil wir von Beginn an fair sind: Wir prüfen zuerst einmal kostenlos, ob die Stelle, um die es geht überhaupt durch Active Sourcing besetzt werden kann. Denn nicht jede Position ist durch Sourcing zu besetzen, da Active Sourcing eben keine Allzweck-Waffe ist.

Kontakt:

Intercessio GmbH ● Intercessio Academy
The Talentfinder Company
Artquadrat ● Emil-Nolde-Str. 7 ●  D – 53113 Bonn
Tel +49-228-2673420 ● mobile +49-171-5510750
intercessio.de ● digipros.de
Geschäftsführung: Barbara Braehmer

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