Fachkräftemangel

Fachkräftemangel: Wo der Engpass am größten ist

Mittlerweile können sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen. Durch den Fachkräftemangel werden sie immer begehrter bei den Unternehmen. Die IW-Engpassquote zeigt, in welchen deutschen Regionen der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte besonders intensiv ist.

Süden Deutschlands sucht händeringend

Susanne Seyda
DR. SUSANNE SEYDA Senior Economist für Fachkräftesicherung und Weiterbildung

Mitte 2019 waren 79 Prozent der offenen Stellen in Deutschland in Engpassberufen ausgeschrieben. Diese Quote zeigt, dass Unternehmen immer häufiger Mitarbeiter suchen, die einen Engpassberuf gelernt haben. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Bewerbermarkt, auf dem sich die Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen können. Früher war das anders: 2010 betrug die sogenannte Engpassquote deutschlandweit noch 25 Prozent. Fünf Jahre später waren es bereits 48 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sie ihren Höchststand erreicht.

Doch nicht nur regional gibt es große Unterschiede, sondern auch nach Berufen: Bei Spezialisten in Gesundheitsberufen, zu denen etwa Fachkrankenpfleger und Physiotherapeuten gehören, liegt die Engpassquote in 152 von 156 untersuchten Regionen bei über 90 Prozent. Sucht ein Unternehmen hingegen Bürokaufleute, wird es in der Regel schnell fündig: Die Engpassquote liegt in den meisten Regionen unter 30 Prozent.
Wo der Engpass am größten ist
Foto: iStock

 

IW-KURZBERICHT

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Ausstellerrekord auf der 10. women&work am 9. Mai 2020

Anmeldung für Vier-Augen-Gespräche bei über 120 Top-Arbeitgebern ab sofort möglich

Die women&work, Europas Leitmesse für Frauen und Karriere, findet am 9. Mai im Forum der Messe Frankfurt statt und feiert – mit einem Ausstellerrekord – 10-jähriges Bestehen. Ab sofort können sich Bewerberinnen für die vorterminierten Vier-Augen-Gespräche bei über 120 Top-Arbeitgebern bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 5. Mai.

Auch in diesem Jahr werden mehr als 250 Aussteller auf der women&work präsent sein, davon über 120 Top-Arbeitgeber. „Die women&work ist in diesem Jahr bis auf den letzten Standplatz ausgebucht“, sagt Melanie Vogel, Initiatorin des Messekongresses. „Wir nehmen ein deutlich gestiegenes Interesse der Unternehmen wahr, Frauen zu rekrutieren und sich als attraktiver Arbeitgeber in dieser Zielgruppe zu positionieren.“

 

Melanie Vogel

Der Dienstwagen hat ausgedient: So werben Arbeitgeber um neue Mitarbeiter

  • Unternehmen locken neue Mitarbeiter mit Vergünstigungen und Annehmlichkeiten
  • New-Work-Konzepte rücken in den Mittelpunkt

Neueste digitale Technik, Gratisverpflegung und flexibles Arbeiten: In Zeiten des Fachkräftemangels zeigen sich Arbeitgeber großzügig, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und an sich zu binden. Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber (55 Prozent) lockt Mitarbeiter mit der neuesten Generation von Smartphone, Tablet oder Notebook (55 Prozent) und erlaubt ausdrücklich auch die private Nutzung dienstlicher Geräte (60 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 856 Personalverantwortlichen und Geschäftsführern von Unternehmen aller Branchen.

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„Aus dem Arbeitgebermarkt ist ein Arbeitnehmermarkt geworden. In vielen Berufen und quer durch alle Branchen gibt es einen Mangel an Fachkräften – und nicht nur die besten Köpfe sind heiß umworben“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Unternehmen lassen sich einiges einfallen, um Mitarbeiter zu begeistern und langfristig zu binden. Dabei orientieren sie sich auch an dem weit verbreiteten Wunsch, Erfolg im Beruf mit Zeit für Familie und Privatleben zu verbinden.“

 

Achim Berg

HAYS-Studie zum Fachkräftemangel in Deutschland: Fachkräftemangel forciert externe Partnerschaften

Aufgrund des Fachkräftemangels setzen Unternehmen aus Deutschland verstärkt auf externe Partner. 86 Prozent der befragten Unternehmen halten es demnach für wichtig, mit Zeitarbeitern und Freiberuflern ihre Aufgaben und Projekte anzugehen. Zudem geben 83 Prozent an, dass die Erhöhung des Anteils externer Dienstleistungen über Outsourcing und Werkverträge eine sinnvolle Maßnahme ist. Dies ergab eine aktuelle empirische Studie des Personaldienstleisters Hays unter 1.000 Führungskräften aus deutschen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen.

LinkedIn: So funktioniert das Recruiting der Zukunft

LinkedIn veröffentlicht Report über aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Recruiting / Nachfrage nach Recruitern in Deutschland mehr als doppelt so hoch wie 2016

In Zeiten des Fachkräftemangels entwickelt sich das Recruiting zu einer immer wichtigeren Aufgabe. Die Zahl der Recruiter steigt entsprechend: Seit 2016 ist in deutschen Unternehmen ein Wachstum um 137 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen an die Rolle. Neue Skillsets, neue Metriken und neue Technologien gewinnen an Bedeutung. Das sind einige zentrale Insights* aus LinkedIns neuem Future of Recruiting Report.

Barbara Wittmann

Hays-Studie zum Fachkräftemangel: Unternehmen nehmen sich selbst zu wenig in die Pflicht

Der Fachkräftemangel zeigt deutliche Spuren: Führungskräfte in deutschen Unternehmen beklagen, dass sie neue Stellen nicht optimal besetzen können (42 %). Zudem sei der Fachkräftemangel mit einer höheren Belastung der angestellten Mitarbeiter verbunden (41 %). 37
Prozent sprechen von länger umbesetzten Stellen, 21 Prozent sogar von sinkenden Umsätzen. Dies ergab eine umfassende Befragung des Personaldienstleisters Hays unter 1.000 Führungskräften aus deutschen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen sowie in verschiedenen Fachbereichen.

Christoph Niewerth

Arbeitsmarkt: 60 Prozent der Unternehmen spüren Produktivitätsverlust durch unbesetzte Stellen 

Aus Sicht von Führungskräften in Deutschland ist der zunehmende Wettbewerb um geeignete Fachkräfte die mit Abstand größte Herausforderung für den Geschäftserfolg ihres Unternehmens. Personalmanager befürchten, dass ihre Unternehmen deshalb weniger innovativ und wettbewerbsfähig werden. Das zeigt eine Studie zum Thema Arbeitgeberattraktivität der Online-Jobplattform StepStone, für die mehr als 22.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt wurden. Demnach schätzt die deutliche Mehrheit der Beschäftigten die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens als gut oder sogar sehr gut ein. Ob sich diese positive Entwicklung in der Zukunft fortsetzt, hängt direkt von der Gewinnung neuer Mitarbeiter ab, sind sich 77 Prozent der Unternehmen sicher. Fast ebenso viele halten auch die Weiterbildung ihrer aktuellen Mitarbeiter für unabdingbar, um weiterhin erfolgreich am Markt zu bestehen.

 

Dr. Tobias Zimmermann

LinkedIn: Zukunft Personal Trends

„Leading in permanent beta“ lautet das Motto der diesjährigen Zukunft Personal. Damit wird Bezug genommen auf den anhaltenden Wandel, der unsere Arbeitswelt prägt. In den Augen von Barbara Wittmann, Head of Talent Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung bei LinkedIn DACH, sind im Kontext dieser dynamischen Entwicklung besonders die folgenden Trends von Bedeutung:

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung

Selbst in Zeiten, in denen die deutsche Wirtschaft kaum noch wächst, ist der Arbeitsmarkt in den meisten Branchen und Regionen noch relativ stabil. Der demografische Wandel, die Digitalisierung und die immer kürzer werdende Halbwertszeit unserer Fähigkeiten führen dazu, dass die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften auch in Zukunft einen sehr wichtigen Parameter für den Erfolg deutscher Unternehmen darstellt. Unternehmen tun deshalb gut daran, weiterhin ganzheitlich und langfristig zu denken. Dazu gehört es, eine attraktive Arbeitgebermarke aufzubauen und Mitarbeiter, denen Qualifikationen fehlen, durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen gerade jetzt zu fördern.

Barbara Wittmann

Tipps fürs Recruiting: So kann der Mittelstand Großkonzerne schlagen

Der Mittelstand sieht den Fachkräftemangel als sein schwerwiegendstes Problem, über 80 Prozent der KMU macht sich deshalb Sorgen. Das belegt eine aktuelle Studie von BVR und DZ Bank. Tipps, wie der Mittelstand sogar Großkonzernen im Recruiting zuvorkommt, gibt Konstantin Janusch, Geschäftsführer von Yourfirm.de, einer Online-Stellenbörse exklusiv für den Mittelstand.

 

Konstantin Janusch Copyright © Yourfirm GmbH
  1. Mittelstands-Stärken klar kommunizieren

Klingt banal, ist aber essenziell: Wir erleben immer wieder, dass mittelständischen Unternehmen die Vorteile, die sie ihren Mitarbeitern gegenüber Großkonzernen bieten, gar nicht bewusst sind.

SThree profitiert im ersten Halbjahr 2019 vom florierenden DACH-Geschäft: Nachfrage nach MINT-Skills steigt

Nettoumsatz wächst in der Gesamtregion um 15%. Eine Studie prognostiziert, dass die Nachfrage nach MINT-Experten in Deutschland bis 2035 um 1,4 Millionen wachsen wird.

SThree, die weltweit führende Personalberatung im MINT-Bereich, hat bekannt gegeben, dass der Nettoumsatz für das erste Halbjahr 2019 um 9% von 148 Mio. £ im Jahr 2018 auf 163 Mio. £ gestiegen ist.

Der Anstieg des gesamten Nettoumsatzes ist auf eine starke Performance zurückzuführen, einschließlich der Steigerung des Nettoumsatzes um 15% in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz). SThree investierte weiterhin in die DACH-Region mit einer durchschnittlichen Erhöhung der Anzahl der Vertriebsmitarbeiter um 8%.

Mark Dorman