Goldrock, nein danke! Frauenförderung der KfW holt Deutschen Personalwirtschaftspreis

Thomas Sattelberger
Thomas Sattelberger

Köln. Die Wahl am Sonntag entscheidet auch über die künftige Arbeitsmarktpolitik. Doch die Gewinner des Deutschen Personalwirtschaftspreises überlassen nicht den Politikern das Feld, sondern greifen selbst gesellschaftlich relevante Themen wie den Anteil der Frauen in Führungspositionen auf. Die nationale Förderbank KfW holte mit ihrem Konzept für mehr Gender Balance die begehrte Trophäe. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Deutsche Telekom mit einem gelungenen Security-Awareness-Training und die Firma Dornseif mit „Dreamwork“, einem ganzheitlichen Ansatz für Personalarbeit.

Wenn Unternehmen die Sensorik dafür hätten, was gesellschaftlich in der Luft liege, reagierten sie früher als die Politik und vermieden so, dass diese mit Richtlinien „in das Vakuum hinein stoße“, konstatierte Thomas Sattelberger, Laudator des Deutschen Personalwirtschaftspreises bei der Preisverleihung am Dienstagabend. Ein Beispiel dafür sei das Thema Frauen: Die Arbeitswelt „femininisiere“ sich, aber sie laufe nach wie vor in männlichen Regimen ab. Karrierewege und Arbeitszeitmodelle seien im Grunde nicht auf weibliche Rollen ausgerichtet, kritisierte Sattelberger. „Sich auf eine privilegierte Frauenelite zu beschränken ist Humbug. Dann haben wir genauso viele Goldröcke wie Goldhosen.“ Die Frauenquote helfe da nicht weiter.

Mehr Sisters statt Brothers: Frauenförderung im Bankenwesen auf Platz 1

Gerade die Bankenbranche sei fest in Männerhand. Die Kreditwirtschaft beschäftige zwar zu 57 Prozent Frauen, doch in die Vorstandsposten der hundert größten Banken und Sparkassen schafften es bislang gerade mal 4,2 Prozent. „Mixed Leadership hätte vermutlich bei Lehmann Brothers Schlimmeres verhindern können“, meinte Sattelberger. Diversität sei ein wichtiger Pfeiler, um ein Unternehmen „wetterfester“ zu machen. Das habe die KfW mit ihrem ausgezeichneten Gender-Balance-Programm bewiesen.

Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist eine Dialogreihe an allen Unternehmensstandorten, in der Führungskräfte – darunter mindestens ein Vorstandsmitglied – das Verständnis von Führung und Zusammenarbeit reflektieren. In einem Gender-Balance-Forum nach der Word-Café-Methode können sich Beschäftige der KfW mit Vertretern von Politik, Gesellschaft und anderen Unternehmen zum Thema austauschen. Teil des Programms ist auch ein Shadowing, bei dem Führungsinteressierte standortübergreifend drei Tage lang eine Führungskraft wie ein Schatten begleiten. Mithilfe eines Mentoring-Tandems haben angehende Führungskräfte die Möglichkeit, sich zehn Monate auf ihre neue Laufbahn vorzubereiten. Diese beiden Angebote werden zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt. „Frauenförderung ist für die KfW kein neues Thema“,  unterstrich Susanne Schäfer, Abteilungsdirektorin Führung, Gleichstellung, Qualifizierung der Bank, bei der Verleihung. „Der Deutsche Personalwirtschaftspreis ist für uns eine Ermutigung, auf diesem Weg weiter zu gehen.“

Sicherheitsbewusstsein schaffen: Deutsche Telekom belegt Platz 2

Mit dem Security-Awareness-Programm der Deutschen Telekom landete ein weiteres hochbrisantes Thema für Unternehmen auf Platz 2 des Deutschen Personalwirtschaftspreises. „Compliance – da zucken viele gleich zusammen, weil es langweilig zu werden droht“, kommentierte Laudator Wolfgang Clement. Doch das Instrument der Deutschen Telekom sei spannend und unterhaltsam. „Es ermutigt Menschen, mehr über Sicherheit zu lernen“, so der ehemalige Bundesarbeitsminister.

Gerade nach den Sicherheitsvorfällen der Vorjahre ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter ein wichtiger Schritt für die Deutsche Telekom, um Kundenvertrauen zurückzugewinnen. Spielerische Interaktionen, einprägsame Metaphern und eine Vielzahl authentischer, nachvollziehbarer Beispiele erhöhen die Motivation, das Training zu durchlaufen. Das kam an bei den Mitarbeitern: Sie haben das Programm weltweit weiterempfohlen, so dass es auf 32 Länder ausgerollt wurde und nun in 17 Sprachen zugänglich ist. Eine weitere Besonderheit: Personal- und IT-Abteilung arbeiteten bei dem Projekt Hand in Hand. „Es ist der guten Zusammenarbeit der Fachabteilung und HR geschuldet, dass das Projekt so gut geklappt hat“, erklärte Axel Petri, Leiter Group Security Policy and Pubclic Safety bei der Deutschen Telekom, der gemeinsam mit Inge Rader, Vice President HR Business Partner (V DRC/ D), auf dem Siegertreppchen stand.

Dreamwork: „Traumfirma“ Dornseif holt Platz 3

Die absolute Fairness und Gleichheit hat die Juroren am Konzept von Dornseif überzeugt. „Der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht von Maschinen ab, sondern vom Einsatzwillen der Mitarbeiter“, erklärte Clement. Die Münsteraner Firma, die mit 40 Beschäftigten einen professionellen Winterdienst betreibt, hat ihre Angebote zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Work-Life-Balance, Diversity und Umweltmanagement in dem Projekt „Dreamwork“ gebündelt. Auch männliche Mitarbeiter sind explizit angehalten, Tätigkeiten wie Kaffee kochen oder Tisch eindecken nicht allein den Frauen oder Praktikanten im Betrieb zu überlassen. Weitere Besonderheiten des Programms sind ein Home-Office-Koffer, mit dem Mitarbeiter zur Not von zuhause arbeiten können, oder ein „Pandemie-Koffer“ zur Infektionsprävention für den Ernstfall.

Mithilfe von „Dreamwork“ arbeitet das Unternehmen seit Bestehen des Projekts im Juli 2012 unfallfrei und hat eineb im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich niedrigeren Krankenstand. „Wer Wertschätzung, Individualität und Vertrauen lebt, bekommt Traummitarbeiter und eine Traumfirma“, erklärte Prokurist und Betriebsleiter Markus Dornseif.

Weitere Informationen und Fotos sind unter www.personalwirtschaftspreis.de zu finden.

Über die Messe Zukunft Personal
Vom 17. bis 19. September 2013 öffnet die Zukunft Personal, Europas größte Fachmesse für Fragen rund um das Thema Personal in Unternehmen, bereits zum 14. Mal ihre Tore. Der Veranstalter erwartet rund 16.000 Personalverantwortliche aus dem In- und Ausland, die sich in Köln über Strategien und Lösungen für das Personalmanagement informieren. Bekannt ist die Messe insbesondere für ihr umfangreiches Vortragsprogramm. Das Themenspektrum reicht von Recruiting und Retention über Leadership-, Weiterbildungs-, Arbeitsrechts- und Softwarefragen bis hin zur Zukunft der Arbeitswelt.

Weitere Informationen zu Europas größter Messe für Personalmanagement sind unter www.zukunft-personal.de erhältlich.

Über spring Messe Management GmbH
spring Messe Management veranstaltet Fachmessen für Personalmanagement, Professional Learning, Corporate Health, Job and Career und den Public Sector. Langjährige Messe-Erfahrung, thematische Expertise und nachhaltige Kundenorientierung machen die Veranstaltungen von spring zu etablierten Branchenplattformen. spring-Fachmessen sind Seismographen für neue Produkte, Ideen und Managemententwicklungen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Messe AG ist in vier Ländern vertreten: Deutschland, Österreich, Ungarn und Russland.

Pressekontakt:

Stefanie Hornung
Pressesprecherin „Zukunft Personal“
Tel. +49 621 70019-205
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Internet: www.zukunft-personal.de

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