Stepstone auf dem Weg zum Perfect Match

Dr. Sebastian Dettmers

Dr. Sebastian Dettmers

Die Nummer 1 der Jobbörsen in Deutschland ist mit rasanter Geschwindigkeit unterwegs, um das Ziel des „Perfect Match“ zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um die Passgenauigkeit der Stellenanforderungen mit den Skills der Bewerber, vielmehr muss auch ein unternehmerischer Spagat geleistet werden. Mitarbeitermotivation, Einstellung neuer qualifizierter Experten wie  Software-Entwickler, Linguisten, Mathematiker oder Data Scientists sind die internen Herausforderungen. Nach Außen geht es darum, neue Produkte wie Company Hub oder Good&Co zu entwickeln oder zur Marktreife zu bringen – die üblichen Management-Aufgaben. Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer StepStone Continental Europe erläutert im Interview mit Crosswater Job Guide, wie er diese Ziele erreichen will.

 

Crosswater Job Guide: Seit mehreren Jahren ist StepStone unter den Generalisten-Jobbörsen die unangefochtene Nummer 1. Egal wie man das Blatt dreht und wendet, bei der Anzahl der veröffentlichten Stellenanzeigen oder bei der Reichweite der monatlichen Besucher – StepStone ist top. Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen und stets nach Neuem, nach Verbesserungen zu streben und letztlich Bewerbern und Recruitern die bestmögliche Leistung zu bieten?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Wir sind sehr selbstkritisch und eigentlich nie zufrieden. Auch 2017 fällt es immer noch vielen Menschen schwer, ihren Traumjob zu finden. Warum gibt es Hunderttausende offene Stellen und wir haben trotzdem das Gefühl, nicht den richtigen Job zu finden? Warum warten Bewerber oft wochenlang auf ein Feedback? Warum fühlt sich der erste Arbeitstag wie ein Blind-Date an? Wir bei StepStone haben noch viel vor und ich denke, das wirkt motivierend auf unsere Mitarbeiter. Unsere Mitarbeiter haben Spaß daran, die Erfolgsgeschichte von StepStone weiterzuschreiben. Sie wollen Kandidaten noch schneller mit dem passenden Job und Arbeitgeber zusammenbringen. Sie wollen sich nicht auf Lorbeeren ausruhen, sondern den Markt revolutionieren.

 

Crosswater Job Guide: Auf welche Bereiche oder Funktionen legen Sie für die zukünftige Strategie besonderen Wert?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Technische Innovationen spielen für uns als Online-Unternehmen naturgemäß eine zentrale Rolle. Unsere Teams für die Produktentwicklung in Deutschland und Europa sind in den letzten Jahren rasant gewachsen. Hunderte Entwickler, Programmierer, Linguisten, Mathematiker und Datenanalysten arbeiten täglich daran, Jobsuchende noch schneller zu ihrem Traumjob zu führen und Unternehmen noch schneller mit passenden Talenten zu verbinden. Dieser „Perfect Match“, wie wir es nennen, steht für uns an erster Stelle. Um darin noch besser zu werden, entwickeln wir unsere Matching-Technologien kontinuierlich weiter. Um passende Kandidaten noch schneller und besser zu identifizieren, arbeiten wir u.a mit lernenden Algorithmen und Predictive Analytics.

 

Crosswater Job Guide: Im Gegensatz zu Spezial-Jobbörsen mit ihrer klar abgegrenzten Zielgruppe steht eine Generalisten-Jobbörse vor der Herausforderung, alle Branchen, Berufe, Karrierephasen und Regionen gleichermaßen abzudecken. Wie schaffen Sie diesen Connect, haben sie Schwerpunkte in den Arbeitsmarktsegmenten?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Unser Schwerpunkt liegt auf der Ansprache von Fachkräften aller Art und auf Führungspersonal. Insofern ist StepStone durchaus spezialisiert. Wahrscheinlich sind wir sogar die größte Jobbörse für Spezialisten. Denn Jobsuchen sind ja per se spezialisiert – das wird oft übersehen, wenn zwischen Generalisten und Spezial-Jobbörsen unterschieden wird. Praktisch alle Kandidaten nutzen auf StepStone.de die „Was“- und „Wo“-Suche. Damit ist ihre Jobsuche automatisch sowohl regional als auch berufsspezifisch. Auf Wunsch lässt sich die Trefferliste mit Klick auf Suchoptionen wie Branche oder Karrierephase sekundenschnell in eine maßgeschneiderte Ergebnisliste verwandeln. Auf StepStone.de finden Jobsuchende in der Regel mehr passende Angebote für Ihr Profil als bei den meisten Spezial-Jobbörsen.

 

Crosswater Job Guide: Mit 7 Millionen monatlichen Besucher-Sessions (lt. SimilarWeb.com) erzielt StepStone eine bewundernswerte Reichweite. Das Markenbranding bzw. der Wiedererkennungswert wird ebenfalls dadurch untermauert, dass 46 % der Besucher die Webseite von StepStone direkt aufrufen, ohne Umwege über Google oder Jobsuchmaschinen zu machen. Welchen Ansatz verfolgen Sie, Kandidaten in bestimmten wichtigen Arbeitsmarktsegmenten wie beispielsweise den MINT-Berufen oder bei Young Professionals zu erreichen?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Erst einmal: Wir haben 16 Millionen Besuche – seit Jahren objektiv gemessen auf unserer Seite durch die IVW und für jeden kostenfrei abrufbar. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Stellen Sie sich StepStone.de einfach vor wie einen digitalen Headhunter. Jede Stellenanzeige, die bei uns online geht, setzt einen individuellen Suchauftrag in Gang. Durch eine Vielfalt von Technologien machen wir passende Kandidaten – sei es der Software-Entwickler mit Berufserfahrung oder der Wirtschaftsabsolvent – auf die jeweilige Stelle aufmerksam. Wir identifizieren praktisch überall im Internet wechselwillige Kandidaten für genau die Positionen, die unsere Kunden besetzen möchten – sei es über Google, Facebook oder unsere mehr als 450 direkten Partnerseiten. Darunter befinden sich z. B. zahlreiche Fachportale aus dem MINT-Bereich und weiteren stark nachgefragten Berufsfeldern sowie Angebote von Universitäten. Zudem ist StepStone an den Hochschulen sehr präsent, z. B. auch durch Fachvorträge und Messen.

 

Crosswater Job Guide: Ist der Kandidat erst einmal mit einem interessanten Stellenangebot geködert, beginnt die Phase des Matchings. Es geht darum, die Hard- und Soft-Skills des Bewerbers mit den Anforderungen des Arbeitgebers bzw. den in der Stellenanzeige formulierten Auswahlkriterien abzugleichen und eine möglichst hohe Übereinstimmung zu erreichen.
Das ist ein außerordentlich komplexer Vorgang, den Partner-Vermittlungsbörsen scheinbar gemeistert haben. Die Recruiting-Branche hat interessante Einzellösungen wie z. B. Cultural Fit oder Kulturmatcher entwickelt, welche Lösungsansätze bietet StepStone heute und in der Zukunft?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Es wird in der Tat immer wichtiger, nicht nur fachlich passende Mitarbeiter zu finden, sondern genau diejenigen, die wirklich zur Unternehmenskultur passen. Deshalb hat StepStone vor Kurzem das kalifornische Startup Good&Co gekauft. Good&Co ist eine mobile App, mit der Kandidaten spielend leicht herausfinden können, wo ihre persönlichen Stärken liegen und wie gut sie zu bestimmten Arbeitgebern, Teams und Unternehmen passen. Auf der anderen Seite können Unternehmen mit Hilfe der App z.B. analysieren, wie gut ihre Teams harmonieren und welcher Mitarbeitertyp ein Team optimal ergänzen und dadurch noch erfolgreicher machen würde.

picture_Stepstone_Good_Co

Ein weiterer Baustein auf dem Weg zum „Perfect Match“ ist das neue StepStone Unternehmensprofil, genannt Company Hub. Wir wissen, dass Jobsuchende heute möglichst früh möglichst viel über ihren potenziellen Arbeitgeber wissen möchten – und auch Arbeitgeber profitieren davon, wenn sich nur solche Kandidaten bewerben, die sich auch wirklich mit dem Unternehmen identifizieren können. Der Company Hub bietet Kandidaten daher neben der Stellenanzeige viele weitere Informationen zu Job und Arbeitgeber auf einer zentralen Plattform – dazu gehören zum Beispiel Videos, Fotos, Mitarbeitervorteile und -bewertungen. Jobsuchende wünschen sich authentische Aussagen aktueller Mitarbeiter – vorausgesetzt, sie haben einen echten Mehrwert und sind nicht bloß ein Nachtreten frustrierter Ex-Mitarbeiter.

 

picture_StepStone_Company-Hub_Musterfirma

 

Crosswater Job Guide: Recruiting produziert mehr auf „Halde“ als auf „Durchsatz“, ein Blick auf die steigende durchschnittliche Besetzungsdauer bestätigt diesen Status quo. Was würde StepStone Arbeitgebern empfehlen, um die Bewerbungsprozesse zu beschleunigen und zu optimieren? Müssen dabei auch liebgewonnene Handlungsweisen radikal auf den Prüfstand gestellt werden?

 

Dr. Sebastian Dettmers: Ja, Arbeitgeber müssen sich an den Bedürfnissen der Kandidaten orientieren. Gefragte Spezialisten sind heute nicht mehr dazu bereit, umständliche Online-Formulare auszufüllen und wochenlang auf Feedback zu warten. Vielleicht wollen sie zunächst mit einer kurzen Mail Interesse signalisieren oder eine 1-Click-Bewerbung vom Smartphone verschicken. Vielleicht wollen sie erste Fragen zum Job per Messenger App klären, bevor sie sich bewerben. Arbeitgeber, die die besten Talente für sich begeistern wollen, müssen das möglich machen. Schnelle, einfache und personalisierte Abläufe sind heute Teil des digitalen Lebensgefühls: So wie die Online-Bestellung am Folgetag geliefert wird, soll auch ein Bewerbungsverfahren schnelle Ergebnisse vorweisen. Wer Top-Kandidaten in starre Bewerbungsabläufe zwingt, verliert sie möglicherweise. Denn Kandidaten haben heute die Auswahl und gehen im Zweifel den einfacheren Weg. Darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen.

Vielen Dank für das Interview.

 

 

 

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