Wie Google die Stellensuche revolutionieren will

Marc Eckstein

Ein Gastbeitrag von Marc Eckstein, jacando.

Bisher ist es üblich, für Stellenausschreibungen und -suche auf Jobportale wie Stepstone, Indeed, Monster, Jobs.ch oder Xing zurückzugreifen. Durch die Bekanntgabe der neuen Suchfunktion von Google im letzten Jahr könnte sich dies schon in naher Zukunft ändern: “Google for Jobs“ soll den Markt revolutionieren. Seit Mai 2017 in den USA und vor Kurzem in UK auf dem Markt, sind die Funktionsweisen und Vorteile noch nicht für jeden klar. Was daraus wird? jacando hat das unter die Lupe genommen.

„Ich google das kurz.“ Wie bei der Google-Suche an sich soll auch die Suche nach einem neuen Job in Zukunft so vollzogen werden. Google will, in Zusammenarbeit mit den bisherigen Partnern Facebook, LinkedIn, Monster, Careerbuilder und Xing, den Nutzern sämtliche Stellenanzeigen gesammelt an einem Ort anbieten. Weitere Portale könnten folgen.

© DigiClack

Den Rest der Suche wird ein Google-Bot übernehmen, der das Internet automatisch nach passenden Stellenanzeigen durchsucht. Über die Jobanzeige kann der Suchende nach Präferenzen filtern und sich auf passende Stellen bewerben, während ein Unternehmen die Sicherheit hat, dass indexierte Stellenanzeigen auch wirklich von Bewerbern gefunden und gesehen werden.

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Wie läuft es in den USA, Südamerika oder UK?

Bisher läuft Google for Jobs in Nordamerika, in Südamerika und in Teilen von Afrika, sowie im Vereinigten Königreich. Seit Juni 2017 finden Benutzer in den USA direkt auf Google Suchergebnisse für zu vergebende Stellen. Google betont dabei, dass es keinesfalls die Absicht ist, den Stellenportalen Konkurrenz zu machen. Viel eher sollen alle, die am Prozess der Stellensuche beteiligt sind, erfolgreicher sein. Da laut Google in Südamerika die Nachfrage nach Jobs besonders akut ist, lohnt sich das System dort besonders. Daher ist die Resonanz für Google for Jobs dort auch dementsprechend hoch.

Ob und wann Google for Jobs in der DACH-Region verfügbar ist, ist noch unklar.

Was haben Bewerber davon?

Für den Stellensuchenden gibt es einiges, was sich durch die Neuheit Google for Jobs ändert. Bewerber müssen nun nicht mehr mehrere Jobportale durchforsten, um passende Stellen angezeigt zu bekommen. Stattdessen gibt er oder sie einmal in Google sein Gesuch ein und bekommt alle aktuell verfügbaren Ausschreibungen angezeigt.

Der Bewerber kann mit der Suche beginnen, indem er in der Suchmaske den gewünschten Job Titel oder den Namen einer Firma eingibt. Daraufhin wird dem Nutzer eine Auswahlliste präsentiert, in der aus den vorhandenen Stellen ausgesucht werden kann. Die Suche kann dabei durch Parameter wie Standort, Titel, Datum oder Gehalt verfeinert werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, interessante Stellen zu speichern oder aber via E-Mail benachrichtigt zu werden, sollten neue Jobs gelistet werden. Auf interessante Stellen kann sich dann, wie gehabt, über elektronische Bewerbungsformulare, direkt beim Unternehmen beworben werden.

Vorteile

  • Extrem einfache Übersicht: Alle aktuell zur Verfügung stehenden Stellen werden an einem Ort gebündelt
  • Detaillierte Suche: Durch die Filter, die der/die Bewerber/in angibt, wird die Suche gesteuert.

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  • Grosse Zeitersparnis
  • Kostenlos: Wie die herkömmliche Suchmaschine zeigt es die gleiche Anzahl an Werbeanzeigen, aber der Service bleibt kostenlos.
  • Keine Doppelspurigkeiten: Der Bewerber trifft nicht mehrmals auf dieselbe Stelle.

Was sich für Stellenausschreiber ändert

Auch aus der Sicht der Unternehmen gibt es einige Änderungen, die zu beachten sind.

Wesentliche Funktionen

Durch die Kooperation der Stellenportale mit Google und der damit verbundenen Indexierung der Stellen, wird sichergestellt, dass Jobsuchende die Ausschreibungen auch angezeigt bekommen. Als Arbeitgeber können keine Stellen direkt bei Google gepostet werden. Google hat sich mit anderen Suchmaschinen auf einen einheitlichen Standard zur Strukturierung von Content im Internet geeinigt. Dazu gibt es sogar explizite Anleitungen von Google. Sobald die Stellenanzeigen die erforderlichen strukturellen Anforderungen erfüllen, werden sie von Google gefunden und angezeigt. Dabei spielen einerseits SEO Gesichtspunkte eine Rolle für das Ranking der Anzeige in Google. Allerdings wird es sicherlich auch so sein, dass Unternehmen für höhere Positionen in der Suchanzeige zahlen können, so wie es bereits bei der herkömmlichen Google Suche mit AdWords der Fall ist.

Unternehmen haben auch die Option, ihre Anzeige mit ihrem eigenen Logo, ihren Bewertungen, sowie mit den spezifischen Jobdetails anzeigen zu lassen. Da Google bei der Stellenausschreibung direkt auf die Recruiting-Seite des jeweiligen Unternehmens verweist, kann sich der Bewerber direkt beim Unternehmen bewerben, was dem Arbeitgeber natürlich entgegenkommt.

Vorteile

  • Verwandte Suchbegriffe: Es werden auch Stellenanzeigen präsentiert, die dem gesuchten Suchbegriff ähneln. Dies gewährleistet eine höhere Klickrate für die Unternehmen.
  • Detaillierte Filter: Es kommen mehr Bewerbungen von Kandidaten rein, die genau passen, da die Bewerber wesentlich genauer suchen können.
  • Kontakt: Die Arbeitssuchenden haben durch Google for Jobs eine völlig neue Möglichkeit, mit ihrem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Das könnte schwierig werden 

  • Jobportale könnten aussterben: Da die Stellen, die Unternehmen auf der eigenen Homepage publizieren, automatisch von Google gefunden werden, könnten Stellenportale als Zwischenplattform wegfallen. Allerdings betont Google, dass dies nicht das ist, was sie wollen!
  • Zu unübersichtlich: Damit die Inhalte in den Stellenausschreibungen von Google als relevant eingeordnet werden, müssen sie relativ umfangreich sein. Zu viel Informationen lassen eine Stellenbeschreibung allerdings schnell unübersichtlich wirken, was Bewerber abschrecken kann.
  • Komplikation durch DSGVO: Gerade die Einführung in Deutschland ist nicht so einfach, da dort das Datenschutzgesetz zu den strengsten der Welt gehört. Da bei der Bewerbung mit sensiblen Personaldaten gearbeitet wird, gilt es diese Richtlinien zum Datenschutz auch über Google for Jobs genauestens zu befolgen.

Facebook Jobs

Auch der Gigant Facebook ist ebenfalls auf eine neue Geschäftsidee für Jobs gekommen. In den USA ist das Modell bereits erfolgreich gestartet und nun soll auch der DACH-Raum erobert werden. In Deutschland ist der Dienst bereits gestartet.

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Unternehmen können via Facebook Stellenanzeigen schalten, auf die sich die Arbeitssuchenden anschliessend einfach und kostenlos bewerben können. Via Push-Benachrichtigungen wird der Bewerber über neue interessante Jobangebote informiert. Die Stellenanzeigen werden auf den Seiten der jeweiligen Unternehmen veröffentlicht, sowie im Marketplace und im News-Feed. Sobald sich ein Arbeitssuchender im Bewerbungsprozess befindet, kann sich über die Nachrichtenfunktion über alles Weitere ausgetauscht werden.

Wie geht das Geschäftsmodell weiter

Zum heutigen Zeitpunkt kann man noch nicht sicher sagen, wie sich dieses neue Geschäftsmodell des Internetriesen entwickeln wird. War Google+ bisher ein grosser Reinfall, könnte die Ansammlung aller Stellen im Netz an einem Ort durchaus funktionieren. Fakt ist, dass so Arbeitgeber als auch Arbeitssuchenden enorm viel Zeit sparen könnten. Was das allerdings für indeed.ch und Co. bedeutet, bleibt abzuwarten. Wir werden das für Sie weiterverfolgen.

Quellenhinweis: Dieser Gastbeitrag ist ursprünglich auf dem jacando Blog erschienen.

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