TMP Interview: Facebook-Karriere-Fanpage E-Plus Gruppe

Irene Holler
Irene Holler

Wiesbaden. Heiße Luft oder wichtiger Kanal für das Personalmarketing – bei Facebook scheiden sich die Geister. Dennoch richten immer mehr Unternehmen Karriere-Fanpages ein, um  sich auf der Social-Media-Plattform als Arbeitgeber zu präsentieren. Was bringt das Ganze? Was muss ich bei einem Facebook-Auftritt beachten? Und wo liegen die Fallstricke? Um  diesen Fragen nachzugehen, startet TMP eine Interview-Reihe mit Arbeitgebern, die Facebook bereits in ihren Personalmarketing-Mix integriert haben. Den Auftakt macht die E-Plus Gruppe, die seit Frühjahr 2010 eine Karriere-Fanpage mit derzeit 573 Fans unterhält.

Wir sprachen mit Irene Holler, Manager Human Resources Operations bei der E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG
TMP: Frau Holler, Ihre Fanpage ist über Suchmaschinen wie Google und Bing, aber auch auf Facebook selbst sehr gut auffindbar. Fürchten Sie nicht, dadurch Ihrer eigenen Karriere-
Homepage zu schaden?
Holler: Nein. Wir sehen Facebook vielmehr als zusätzlichen Kanal, um uns als Arbeitgeber zu vermarkten. Über Facebook können wir eine besondere, für uns sehr interessante Zielgruppe ansprechen, die wir über unsere eigenen Karriereseiten eventuell gar nicht erreichen würden. Zudem sind die beiden Seiten gegenseitig verknüpft: Wir verweisen auf unserer  Karriere-Homepage und in allen Stellenausschreibungen auf Facebook – und natürlich umgekehrt …
TMP: … so bieten Sie auf Ihrer eigenen Karriere-Homepage einen News-Feed für Jobs, Unternehmensnachrichten und Kontaktformulare an. Gleichzeitig fordern Sie Besucher Ihrer Homepage auf, sich auf Facebook umzusehen. Welchen Mehrwert können Sie dort überhaupt noch bieten?
Holler: Facebook bietet uns eine direktere, weil interaktivere Möglichkeit, mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Dazu kommt, dass viele unserer Mitarbeiter selbst Fans der Seite sind und so aktiv durch Pinnwandeinträge und Kommentare zum Employer Branding beitragen. Das macht unseren Auftritt bei Facebook so  authentisch wie in keinem anderen Medium.
TMP: Die Zahl der aktiven Besucher sowie die Klicks auf Postings und den „Gefällt mir“- Button lassen sich für den Administrator einer Fanpage leicht überblicken. Fließen diese Zahlen in die Evaluation ein?
Holler: Das Facebook-Projekt gibt es erst seit sechs Monaten. In dieser Zeit galt unser Augenmerk hauptsächlich der Fanzahl. Und die liegt schon jetzt über dem, was wir uns für das Jahresende vorgenommen haben. Weitere Daten haben wir bisher zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht systematisch ausgewertet.

TMP: Als Mobilfunkanbieter ermöglichen Sie Ihren Kunden seit Kurzem unter 0.facebook.com den kostenlosen Facebook-Zugriff per Handy. Konnten Sie dadurch die Fanzahl zusätzlich steigern?

Holler: Eine deutlich steigende Fanzahl, konnten wir noch nicht feststellen, aber es gab auf unserer Pinnwand schon viel Lob zu 0.facebook.com. Wir wollen ganz bewusst Synergien zwischen den verschiedenen Social-Media-Aktivitäten schaffen, die unser Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen vorantreibt. Teilweise grenzen wir uns dabei aber bewusst von den Auftritten der einzelnen Marken ab. Arbeitgeber ist schließlich nicht eine einzelne Marke, sondern das Mehrmarkenunternehmen.

TMP: Lassen Sie uns noch einmal über die Erfolgsmessung reden. Erfasst die E-Plus Gruppe die Zahl der über Facebook generierten Bewerbungen?

Holler: Bewerber können in unserem Online-Portal auswählen, durch welches Medium sie auf uns aufmerksam geworden sind – und hier steht auch Facebook zur Auswahl. Natürlich gehört die Auswertung dieser  Kennzahlen zu unseren Aufgaben – umso mehr als dass die Bedeutung derartiger Key-Performance-Indikatoren im Bewerbermanagement steigt.
TMP: Halten Sie denn den Facebook-Trend und seine Auswirkungen auf das Personalmarketing für einen kurzfristigen Hype – oder werden sich Kandidaten auch in fünf Jahren noch auf Facebook über neue Jobs bei der E-Plus Gruppe erkundigen?
Holler: Ich denke, Arbeitgeber sollten für ihr Personalmarketing immer die Medien nutzen, die mit der Strategie und Kultur des Unternehmens vereinbar sind. Außerdem sollte man zielgruppenorientiert vorgehen. Facebook ist derzeit bei einer jüngeren Zielgruppe stark im Trend. Insofern passt das Medium im Moment sehr gut zu einem Markenunternehmen wie  EPlus, das in seiner Branche Trends setzt und junge, dynamische Leute sucht. Wir können diesen „Hype“ also sehr gut für uns nutzen. Das heißt aber nicht, dass wir nicht laufend prüfen würden, welche Medien für uns profitabel sind und welche nicht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich so etwas auch ändern kann. Wie es generell mit Facebook weitergeht, lässt sich  schwer abschätzen.

TMP: Eine letzte Frage Frau Holler: Waren Sie bereits vor dem Go-live der E-Plus-Fanpage Mitglied bei Facebook?

Holler: Ich? Nein, ich war zuvor noch nicht bei Facebook registriert.

Über TMP Communication & Services GmbH

Als Beratungsunternehmen für Personalmarketing und -beschaffung liefert TMP Kommunikations- sowie Prozesskonzepte und sorgt für deren Umsetzung. Hierzu zählen Beratungs- und Serviceleistungen für Personalwerbung, Recruiting-Lösungen für Fach- und Führungskräfte, Employer Branding, Bewerberbetreuung- und -Vorauswahl, Hochschulmarketing und interne Kommunikation.

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