HR BarCamp 2016: Auf Augenhöhe mit den Kandidaten kommunizieren

Barbara Braehmer
Barbara Braehmer, Intercessio Personalberatung

von Helge Weinberg

Barbara Braehmer und Henrik Zaborowski sind ein Team. Für mich war das die wichtigste Personalie auf dem HR BarCamp 2016 (http://www.hrbarcamp.de), das am 25. und 26. Februar in Berlin stattgefunden hatte. Grund genug, die beiden von mir geschätzten HR-Blogger und Berater nach ihren Plänen zu befragen. Was wollen die Spezialistin für Sourcing (http://intercessio.de) und der Social Recruiter mit der pointierten Schreibe (http://www.hzaborowski.de) unternehmen, was wollen sie im Markt anbieten? Es war nicht möglich, sie in dem geschäftigen Durcheinander in Berlin als Team zu einem Gespräch zu bekommen. Deshalb hatte ich mit Barbara und Henrik separat gesprochen. Hier kommen meine Fragen und ihre Antworten.

Crosswater Job Guide: Warum geht Ihr beide zusammen?

Barbara Braehmer: Weil wir vom Mindset die gleiche Orientierung haben und seit Jahren unsere Kunden mit Active Sourcing und Social Recuiting unterstützt haben.

Henrik Zaborowski
Henrik Zaborowski

Henrik Zaborowski: Wir hatten uns ausgetauscht, was wir in diesem Jahr vorhaben und festgestellt, dass wir beide das Gleiche planen. Vor allem aber, weil wir in vielem einen ähnlichen Mindset haben.

Crosswater Job Guide: Warum jetzt der Zusammenschluss? Gab es entsprechende Signale aus dem Markt?

Braehmer: Mein Eindruck ist, dass die Personaler mittlerweile wissen, dass es zwischen der Stellenanzeige und der Direktansprache noch eine andere professionelle Möglichkeit gibt, Kandidaten zu finden. Sourcing ist ja nicht nur das, was Personalberatungen aktiv tun. Der größere Teil derjenigen, die zu uns kommen, sind Linien-Recruiter aus Unternehmen. Deren Schwerpunkt liegt darauf, wertschätzend Kontakt aufzunehmen. Sie möchten nicht auf die Ebene der Massenansprache arbeiten.

Crosswater Job Guide: Wie ergänzt Ihr beide Euch?

Braehmer: Wir denken beide, dass die Zukunft des Recruitings im Kommunizieren auf Augenhöhe mit den Kandidaten liegt. Unser Hintergrund ist ähnlich. Ich komme aus dem Personalberatungs- und Linien-Recruiting, Henrik aus der Beratung von Linien-Recruitern, aber er war auch Personalberater. Der Unterschied: Ich bin Sourcerin und Henrik ist Social Recruiter.

Zaborowski: Wir bündeln unsere Kompetenzen. Barbara als Master-Sourcerin, die das Thema immer weiter vorantreibt. Während ich eher im Social Recruiting-Thema zu Hause bin. Wie verändert sich Recruiting, was heißt das für die Personalauswahl? Hier können wir Antworten geben, mit einem Beratungsansatz, der operativ beim Kunden sitzt. Durch die Kooperation decken wir die ganze Prozesskette ab.

Crosswater Job Guide: Was habt Ihr vor? Wie geht es jetzt los?

Zaborowski: Es gibt zwei Sachen, die jetzt akut sind. Einerseits wollen wir ein Sourcing-Center aufbauen, mit dem wir Sourcing-Projekte abwickeln. Auf der andere Seite werden wir die Akademie ausbauen, speziell deren Infrastruktur. Und schließlich wollen wir noch stärker Consulting-Projekte betreuen.

Braehmer: Wir bieten Sourcing als Service an. Und der Kunde kann von uns lernen, wie man professionell sourced. Wir suchen Kandidaten gemeinsam mit den Unternehmen, indem wir diese coachen und bei den Prozessen unterstützen. Wir übernehmen auch Recruiting-Aufträge, die dann aber reine Sourcing-Mandate sind. Ein weiterer Bereich ist Training. Kunden lernen bei uns, wie sie Social Recruiting implementieren oder Sourcing lernen können. Wir sind das einzige Unternehmen im deutschen Markt, das alle drei Leistungen verbindet. Wir unterstützen als Praktiker die Praktiker.

Crosswater Job Guide: Sourcing-Center: Was muss man sich darunter vorstellen?

Zaborowski: Unsere Erfahrung ist, dass Linien-Recruiter sich zwar im Sourcing ausbilden lassen, aber am Ende doch wieder im operativen Geschäft die Zeit fehlt, wirklich selber zu sourcen. In dem Fall springen wir dann ein, übernehmen je nach Wunsch den Ident oder auch mehr und helfen unserem Kunden so kurzfristig oder auch als langfristiger Partner aus der „Zeit- und Kapazitätennotlage“.

Crosswater Job Guide: Was soll in der Akademie passieren?

Braehmer: Wir planen eine neue Webseite, in der wir Micro-Learning anbieten. Hier können Personaler in einzelnen fachlichen Themen Kompetenzen erlernen. Dies ist zunächst beschränkt auf Recruiting und Sourcing. Beispielsweise wie man Boolesche Befehle in verschiedenen Medien einsetzt oder wie man semantische Technologien steuert. Oder auch wie man Interviews führt. Das sind alles Dinge, die sich im Micro-Learning, in kleinen Lerneinheiten, trainieren lassen. Personaler können sich so wissensmäßig aufrüsten und auf dem neuesten Stand bleiben.

Über den Autor: Helge Weinberg ist Berater und Journalist aus Hamburg. Seine Agentur Strategie & Kommunikation ist spezialisiert auf Arbeitgeberkommunikation und Employer Branding. Über diese Themen schreibt er in seinem Blog (http://blog.helge-weinberg.de). Er ist Mitglied der Redaktionen des „PR-Journals“, „DPRG Journals“ und des „Crosswater Job Guide“. Zudem schreibt er als Freelancer in diversen technischen Fachzeitschriften über Arbeitgeberkommunikation, Employer Branding und Personalmarketing.

1 Kommentar zu „HR BarCamp 2016: Auf Augenhöhe mit den Kandidaten kommunizieren“

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