Mobile Recruiting: Mit Tempo 180 in die Warteschlange

Gerhard Kenk Publisher Crosswater Job Guide: Jobbörsen, Karriere, Gehalt, Recruiting, Personalbeschaffung
Gerhard Kenk

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

  • Mobile Recruiting im Spannungsfeld des Technologiefortschritts und der Änderungsresistenz der Bewerberprozesse
  • Die Indeed MoBolt-Technologie als Brückenfunktion im Mobile Recruting?

Nichts könnte die momentane Situation im Mobile Recruiting besser vermitteln als das Bild der Double Helix. Nachdem die beiden Forscher Francis Crick und James Watson ihre Ergebnisse zur Entschlüsselung der DNA veröffentlichten und die Geheimnisse der Doppelhelix entdeckten, erhielten sie 1962 den Nobelpreis für Medizin.

Für das hochaktuelle Thema Mobile Recruiting ist die Wahrscheinlichkeit einer Nobelpreis-Auszeichnung für Technologie-Innovationen extrem gering.

Mobile Recruiting ist zwar als Buzz-Word in aller Munde, jedoch befindet sich derzeit die vermeintliche Zukunftslösung in einem Spannungsfeld zwischen Technologiefortschritt und Änderungsresistenz der Bewerberprozesse. Kann die Brückentechnologie von Indeed MoBolt das ändern?

 

Modell der Double Helix (Foto: Wikipedia)
Modell der Double Helix (Foto: Wikipedia)

Die Zerreißprobe im Mobile Recruiting

Die Protagonisten des Technologiefortschritts haben längst erkannt, dass der Trend zur Smartphone-Nutzung in vielen Lebensbereichen zwangsweise auch Auswirkungen auf das Recruiting haben muss. Stationäres Recruiting, d.h. die Jobsuche und anschließende Bewerbung bei dem Wunscharbeitgeber vom Desktop aus sind eigentlich Old-School-Technologie – Mobile Recruiting ist King. Der Smartphone-Einsatz steigt weltweit an und viele einschlägige Studien und Statistiken suggerieren, dass demzufolge auch das Mobile Recruiting immer populärer wird. Mit den geeigneten Job-Apps auf dem Smartphone können Stellensuchende jederzeit und von jedem beliebigen Standort aus auf die Suche nach chancenreichen Karrieremöglichkeiten gehen. Die „Brave New World“ bildet quasi einen Strang der Doppel-Helix der Informationstechnologie ab.

Der andere Strang der Doppel-Helix repräsentiert hingegen die Bewerberprozesse der Unternehmen – und diese zeichnet sich im Gegensatz zu den Technologie-Innovationen der Smartphones eher durch eine Änderungsresistenz aus.

Das Spannungsfeld im Mobile Recruiting

Der Technologie-Fortschritt in der Informations- und Kommunikationstechnik ist die wichtigste Antriebskraft für Smartphone-basiertes Mobile Recruiting.

  • Die Kommunikationsgeschwindigkeit der mobilen Telefonie steigt in Quantensprüngen rapide an
  • Neue Smartphone-Geräte mit immer höheren Rechengeschwindigkeiten, größeren Speicherkapazitäten und besseren optischen Display-Screens werden im wettbewerbsintensiven Smartphone-Markt im Monatstakt auf dem Endkonsumenten-Markt eingeführt
  • Maßgeschneiderte Apps bieten dutzendfach Verbesserungen bei der Nutzung von Smartphones für die Stellensuche. Die App entwickelt sich immer mehr zum proprietären Zugangsportal für Jobbörsen und Jobsuchmaschinen mit dem Potential, die Nutzerbindung auf exklusiver Basis zu verfestigen
  • Insbesondere in den Ländern der „Dritten Welt“ ist zu beobachten, dass dort die Smartphone-Nutzung hilft, den Ausbau einer konventionelle Telefon-Infrastruktur zu überspringen und direkt auf die modernste Kommunikations-Infrastruktur umzusteigen.

Jedoch stehen dem Technologie-Fortschritt in den darauf basierenden Beschleunigungsfaktoren eine Reihe von Beharrungskräften entgegen, die dem unmittelbaren Siegeszug der aktuellen Mobile-Recruiting-Technologie als Hindernis im Wege stehen.

  • Gestaltung von Stellenanzeigen
    Die Recruiting-Branche demonstriert heute nahezu tagtäglich, dass die inhaltliche und grafische Gestaltung von Stellenanzeigen noch ein enormes Verbesserungspotential aufweist (Goldene Runkelrübe)
  • Bewerbungsprozesse
    Die Praxis der Personalbeschaffung beweist wieder und wieder, dass die Bewerbungsprozesse bei zahlreichen Arbeitgebern stark verbesserungswürdig sind. Im Kern dreht es sich hier einerseits um die Zeitdauer einer Reaktion des Arbeitgebers, gleichzeitig wird häufig die Nicht-Kommunikation mit Bewerbern kritisiert. (Martin Gaedt: Mythos Fachkräftemangel)
  • Informations- und Dokumentationsdichte bei Bewerbungen
    Das traditionelle Recruiting erwartet vom Bewerber eine nahezu perfekte und umfassende Bewerbung: Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen und Arbeitsproben sind in den Augen des klassisch arbeitenden Recruiter das Non-Plus-Ultra. Im Windschatten dieses Diktats der Bewerbungsperfektion konnte sich eine spezialisierte Dienstleistungs- und Service-Branche etablieren. Das Buch „Bewerbungsratgeber“ von Hesse & Schrader ist ein Klassiker, Bewerberhelfer wie Gerhard Winkler (jova-nova.com), „Die Bewerbungsschreiber“ von Stefan Gerth oder die Karrierebibel von Jochen May sind nur die Spitze des Eisbergs.
  • Medienbruch zwischen Online-Bewerbung und Bewerbermanagementsystemen
    Bewerbungen gehen immer noch in einem bunten Medienmix bei den Personalabteilungen ein, es herrscht ein Nebeneinander multipler Transportkanäle bei den Bewerbungsunterlagen
    – Telefon
    – Initiativ-Bewerbung
    – klassische Papier-Bewerbung
    – e-Mail
    – Online-Formulare
    – Smartphone / Mobile Recruiting

 

Vorbild Polizei: Mobile Recruiting in Düsseldorf
Vorbild Polizei: Mobile Recruiting in Düsseldorf

Dieses Spannungsverhältnis zwischen technologischem Fortschritt und den Beharrungskräften und Änderungsresistenz der Bewerbungsprozesse zeigt auf, worüber sich Soziologen Gedanken machen und sich mittlerweile klar äußern.

Hartmut Rosa, Professor für allgemeine und theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, spricht von einer Dialektik von Beschleunigung und Beharrung bei wichtigen zentralen Institutionen der Gesellschaft (Nationalstaat, Bürokratie, Militär, Politische Steuerung, Demokratie, räumliche / zeitliche Trennung von Arbeit und Leben). In dem Modell des „Akzelerationszirkel“ zeigt Rosa die Dimensionen sozialer Beschleunigung auf:

( 1.) Die technische Beschleunigung führt zu einer

( 2.) Beschleunigung des sozialen Wandels, dieser wiederum verursacht eine

( 3.) Beschleunigung des Lebenstempos.

Die soziale Beschleunigung in der Moderne ist zu einem sich selbst antreibenden Prozess geworden, so Rosas Kernthese.

Mobile Recruiting: Mit hohem Tempo in die Warteschlange

Hartmut Rosa fasst dieses Spannungsverhältnis in der nicht immer leichten Sprache des Soziologen so zusammen:

Prof. Dr. Hartmut Rosa, Universität Jena
Prof. Dr. Hartmut Rosa, Universität Jena

„Verlangsamung tritt jedoch nicht nur als unmittelbare Nebenfolge von Beschleunigungsprozessen auf, sondern in noch weit stärkerem Maße als Nebenfolge von akzelerationsbedingten Desynchronisationserscheinungen, d.h. in Form von Wartezeiten. Wo immer in funktional ausdifferenzierten Gesellschaften Vorgänge miteinander synchronisiert bzw. zeitlich aufeinander abgestimmt werden müssen, führt eine zeitliche Veränderung wie die Beschleunigung von Prozessen zu potentiellen Reibungsproblemen an den Synchronisationsstellen. Problematisch und überall spürbar wird dies überall dort, wo hochakzelerierte Vorgänge auf „rückständige“ Systeme treffen: Was schneller gehen kann wird durch das, was langsamer geht, immer wieder gebremst bzw. aufgehalten. „

Ein Schelm wer denkt, Rosa hätte dieses Beispiel der real existierenden Welt des Mobile Recruiting entnommen.

„Rückständige Systeme sind in der heutigen Zeit nahezu überall anzutreffen – sie führen zu bewussten oder unbewussten Beharrungsinseln. Als Kehrseite des Modernisierungsprozesses zeichnet sich eine durchaus paradox erscheinende Status-Quo-Befangenheit und Unbeweglichkeit der Gesamtgesellschaft ab, die mit dem Grundmotiv der Moderne, der Steigerung des Disponieren- und Auswählen-Könnens, nichts mehr gemein hat“ (Claus Offe).

Wenn dann die Beschleunigungskräfte auf Beharrungsinseln treffen, entsteht eine Situation, die der französische Soziologe und Philosoph Paul Virilio untersucht und so beschrieben hat: „Der Kult der Geschwindigkeit wird auf die Spitze getrieben, und die entfachte Dynamik droht in einem rasenden Stillstand zu erstarren.“

Im Alltagsleben redet natürlich niemand über den rasenden Stillstand und die Beschleunigung die akzelerationsbedingten Desynchronisationserscheinungen. Vielmehr werden Begrifflichkeiten wie Verkehrsstau, Multi-Tasking, Slow-Food-Bewegung, Speed Dating verwendet, die alle auf diesen Punkt des rasenden Stillstands hinführen.

Auch im Recruiting taucht das Phänomen des rasenden Stillstands auf: In Sekundenschnelle können Stellensuchende auf Jobsuchmaschinen, Karriereportalen oder Spezialjobbörsen unter hunterttausenden Jobangeboten ein passendes Stellenangebot herausfiltern, eine Bewerbung kann per e-Mail oder Online-Formular blitzschnell an den Arbeitgeber kommuniziert werden – nur um dann in einer gähnend langsamen Warteschlange der Personaler zu landen, die für eine erste Reaktion Tage oder Wochen brauchen. Mit Tempo 180 in die Warteschlange.

 

Nutzung von Mobile Recruiting im Tagesverlauf (Quelle: Indeed)
Nutzung von Mobile Recruiting im Tagesverlauf (Quelle: Indeed)

Szenenwechsel

Als die Meldung der MoBolt-Übernahme durch Indeed die Runde in den Medien machte, reagierten diese mit der Pflichtschuldigkeit der Berichterstatter.

So berichtete das US-Portal BuisinessNewsDaily eher lakonisch über die MoBolt-Übernahme (http://www.businessnewsdaily.com/5665-unique-business-mobile-apps.html):

Kshitij Jain, Founder & CEO MoBolt
Kshitij Jain, Founder & CEO MoBolt

If your business is looking to hire in the new year, you may want to consider optimizing your job application process for mobile access. Recent hiring trends indicate that more and more employees want the ability to apply for jobs through their mobile devices, and if your company doesn’t offer that option, you may be missing out on some high-quality candidates.

The creators of MoBolt wanted to build an advanced mobile recruiting technology platform to optimize the user experience for all applicants, regardless of the type of device they’re using. This app makes it simple to set up a mobile-friendly job application page that works with all existing applicant tracking systems.

Dann war es wieder Zeit, um zur Tagesordnung überzuleiten – denn solche Technologie-Übernahmen passieren mittlerweile im Tagesrhythmus. Auch in den Medien der Republik wurde kaum darüber berichtet, ein paar pflichtgemäße Meldungen erschienen – das war’s dann auch.

Dabei hat die Indeed MoBolt-Software-Technologie das Potential, eine strategische Brückenfunktion im Mobile Recruiting darzustellen und mit diesem „missing link“ die Komfort-Lücke zwischen mobiler Jobsuche und mobiler Bewerbung zu schliessen.

Voraussetzung ist jedoch, dass sich die „Beharrungsinsel“ Recruiting ändert und Personaler sich auf die modernen Anforderungen der Smartphone-Nutzer einstellen und bereit sind, einige liebgewonnene alte Zöpfe abzuschneiden.

An erster Stelle geht es darum, Stellenanzeigen „neu zu denken“. Nicht nur in einem mobil optimierten Layout, sondern auch in einem mobil optimierten Kontext: kurz, präzise, prägnant – und das alles ohne das übliche Bla-bla.

Weiterhin geht es bei mobilen Bewerbungen nicht wie zuvor um die Übermittlung der vollständigen Bewerbungsunterlagen möglichst in einem Aufwasch: Foto, tabellarischer Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse und Referenzen können auch in einer nachgeschalteten Kontaktphase übermittelt werden. Zunächst dient eine mobile Bewerbung der Kundgebung des Kandidaten-Interesse an einer Stellenausschreibung. Name, Tätigkeit, Erfahrung – das muss für eine erste Entscheidung des Personalers reichen, um Kontakt aufzunehmen.

Daraus folgert, dass Mobile Recruiting den Kommunikationsfluss wie im Ping Pong umkehrt: Das Bewerberinteresse wird in absolut verdichteter Form signalisiert, der Personaler muss entsprechend darauf reagieren.

Natürlich geht es in diesem Umkehr-Bewerbungsprozess nicht ohne automatisierte Kommunikation: Die Minimal-Bewerbungsdaten sollen medienbruchfrei in die individuellen Bewerbermanagementsysteme der Arbeitgeber einfließen, danach kann der Personaler den Kontakteingang analysieren, selektieren und weiter verarbeiten.

 

Die Indeed MoBolt Architektur als Brückenfunktion
Die Indeed MoBolt Architektur als Brückenfunktion (Grafik: Crosswater Job Guide)

Im üblichen Ablauf der Mobile Recruiting Prozesse können Jobsuchende per Smartphone mit oder ohne spezifische App die zahlreichen Jobportale des Landes durchsuchen. Dazu gehören generalistische Jobbörsen, Spezialjobbörsen, Jobsuchmaschinen, Social Media Netzwerke oder sonstige Kanäle. Ebenfalls können die Karriereseiten von Arbeitgebern direkt aufgerufen werden. Am Ende der Suche steht eine Stellenanzeige, die – hoffentlich optimiert für die Darstellung auf einem Smartphone – alle wesentlichen Einzelheiten der angebotenen Position enthält. Mobil-Optimierungen werden z.B. vom Dienstleister Any2Html angeboten. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Funktion bzw. der Button „Jetzt bewerben“, mit dessen Hilfe der Jobsuchende direkt auf die Erfassung der Bewerbungsdetails, die in der Regel von einem Bewerbermanagementsystem (ATS Appication Tracking System) gesteuert wird.

Und genau an diesem Punkt setzt die Indeed MoBolt-Brückentechnologie ein. Sie überbrückt die Funktionen „Jetzt bewerben“ mit der massgeschneiderten, auf Smartphone-Nutzung optimierte Erfassung der Mindestangaben für den Kandidaten. Danach werden die erfassten Daten von Indeed MoBolt direkt an das ATS des Arbeitgebers übertragen und erscheinen so ohne Medienbruch in den Datenbanken des Bewerbermanagementsystems. Von dort kann der Recruiter mit den üblichen Tools den Bewerberprozess weiter voran treiben.

Die Indeed MoBolt-Bridge bietet eine Reihe von Vorteilen für den Smartphone-Bewerber.

  • Die Erfassungsfelder sind so reduziert, dass der Bewerber nur minimale Angaben, wie z.B. Name, Kontaktdaten, Ausbildung, Berufserfahrung, gewünschte Tätigkeit erfassen muss.
  • Etwaige Auswahlen können mittels „Thumb-Multiple-Choice“ bequem und schnell erfolgen
  • Der Bewerber hat in der Regel die Möglichkeit, umfangreichere Anlagen direkt aus in der Cloud gespeicherten Dateien (z.B. DropBox, Google Drive) gespeicherten Dateien beizufügen.
  • Indeed MoBolt bietet ausserdem dem Bewerber die Möglichkeit des „Auto Create Resume“, also eine automatische Generierung des tabellarischen Lebenslauf an. Nach bisher vorliegenden Erfahrungen nutzen etwa ein Drittel der Bewerber diese Option.

Die Konfiguration der Indeed MoBolt-Brückenfunktion wird einmalig direkt anhand der im ATS verfügbaren und erforderlichen Datenfeldern vorgenommen, ebenso werden in diesem ersten Schritt die diversen Optionen für die Thumb-Multiple-Choice Optionen festgelegt.

Sesame öffne Dich

Die Indeed MoBolt-Funktionalität bietet auch eine besondere Nutzerfreundlichkeit beim erstmaligen oder wiederholten Login auf der Karriereseite des Arbeitgebers. Der Bewerber hat hier die Möglichkeit, dass Indeed MoBolt die Login-Daten automatisch generiert oder die Login-Benutzerdaten vom letzten Login verwendet. Diese Beispiele zeigen deutlich, dass der User Experience, die Nutzerfreundlichkeit im Mobile Recruiting, eine entscheidende Rolle zukommt:

  • Stellenanzeigen müssen schnell gefunden werden
  • Die Ladezeiten einer Stellenanzeige muss minimiert werden
  • Die Darstellung einer Stellenanzeige muss mobil optimiert sein
  • Die Login-Verfahren müssen so bequem und einfach wie möglich gestaltet werden
  • Angaben zum Bewerber müssen sich auf das Minimum beschränken, in einer zweiten Phase des Bewerbungsprozesses kann sich der Recruiter dann mit dem Bewerber in Verbindung setzen und weitere Informationen beschaffen.

Für die tägliche Analyse der Bewerberprozesse und die Terminverfolgung bietet Indeed MoBolt ein Recruiter Dashboard an, um einen Überblick über erfolgskritischen Recruiting-Kennzahlen zu liefern.

Kritische Erfolgsfaktoren

Auch die beste Mausefallen-Technologie nützt nichts, wenn der Käse die Maus nicht zum Knabbern verführt. Die Markteinführung der „missing link“ von Indeed MoBolt erfordert eine Reihe von Maßnahmen und Voraussetzungen, um letztlich das Mobile Recruiting erfolgreich voranzutreiben und den „rasenden Stillstand (Paul Virilio)“ zu überwinden.

  • Erklärungsbedürftiges Produkt
    Wie alle Technologie-Neuerungen im Recruiting ist auch Indeed MoBolt ein erklärungsbedürftiges Produkt. Recruitern und HR-Technologie-Spezialisten der Arbeitgeber müssen informiert und von den Vorteilen überzeugt werden, damit es zum Einsatz kommt
  • Implementierung
    Die Indeed MoBolt-Bridge verfügt über Eigenschaften, um mit allen gängigen ATS-Systemen zum Einsatz zu kommen, so z.B. peoplefluent, ADP, Jobvite, Taleo, Kenexa, Kronos, Bullhorn, Lumesse, SilkRoad, successfactors (SAP), peoplesoft (Oracle) oder icims.Ausgangspunkt des Konfigurationsprozesses sind die im ATS erforderlichen Datenfelder, die für die Smartphone-Nutzung auf ein Minimum reduziert werden. MoBolt kann mit Hilfe von Remote-Konfigurationen vorbereitet werden und kann typischerweise in weniger als 60 Tagen produktionsbereit sein. Bei allem ist nur ein Minimum an ATS- bzw. IT-Know-How erforderlich- was für den HR-Bereich unnötige interne Abhängigkeiten eliminiert.
  • Verfügbarkeit von qualifizierten Indeed MoBolt-Implementierungsspezialisten
    Entscheidend für die erfolgreiche Implementierung von MoBolt ist die Qualifikation und Verfügbarkeit von Indeed MoBolt-Technologie-Experten, die in der Pre-Sales-Phase eingesetzt werden. Etwaige Sprachbarrieren (Englisch – Deutsch) müssen überwunden werden, um etwaige Kommunikationsprobleme zu vermeiden.
  • Kosten, Nutzen, Reichweite
    Die Markteinführung von Indeed MoBolt zielt auf größere Unternehmen und Konzerne ab, weil diese aufgrund einer hohen Anzahl von Bewerbungen die Indeed MoBolt-Vorteile am schnellsten nutzen können. Die Lizenzkosten von Indeed MoBolt werden mit einem geschickten vertrieblichen Schachzug gekoppelt: Anstelle von Software-Lizenzgebühren vereinbart Indeed mit dem Kunden ein Mindest-Budget für die Cost-per-Click Reichweite. So erwirbt der Arbeitgeber die Indeed MoBolt-Lizenz quasi kostenlos durch die Zusage eines Reichweiten-Kontingents bei Indeed.

Überzeugungsarbeit für Mobile Recruiting

Letztlich liegt es in den Händen des HR Managements zu entscheiden, welchen Stellenwert das Unternehmen dem Thema „Mobile Recruiting“ und damit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen zuordnet. Zahlreiche Studien legen steigende Nutzungszahlen von Smartphone dar und berichten über steigende – wenn auch noch geringe – Akzeptanz von mobil-optimierten Stellenanzeigen und angepassten Bewerberprozessen. So hat eine Indeed-Studie zur mobilen Jobsuche ergeben: „21% der Kandidaten, die mobil nach Jobs suchen, bewerben sich auch mobil. Und rund 76% der Kandidaten würden dies ebenfalls tun, sofern Arbeitgeber die mobile Bewerbung genauso akzeptieren, wie klassische Bewerbungsformen.“

 

Die Nutzung von Smartphones für die mobile Jobsuche und für mobile Bewerbungen ist heute nicht mehr aus dem Mix der Recruiting-Kanäle wegzudenken. Es wird – soweit hat die Medien- und Kommunikationstheorie und entsprechende Marktentwicklungen gezeigt – keine plötzliche Substitution von Recruiting Kanälen geben. Vielmehr ist weiterhin mit einer Ko-Existenz der Recruiting-Medien zu rechnen. All dies führt in der Konsequenz zu einer Beschleunigung und zum Wandel induziert durch den technologischen Fortschritt.

 

Die Umsetzung des Technologiefortschritts im Mobile Recruiting trifft mit hoher Beschleunigung auf die Beharrungskräfte in der Personalbeschaffung. Die Situation gleicht einem Puppenspiel, bei dem der Protagonist auf den Antagonisten trifft, beide agieren mit einem unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Drehbuch. Beschleunigung durch den technischen Fortschritt und die Beharrungskräfte führen zu einem Ungleichgewicht des „rasenden Stillstands“ und spiegelt ganz klar die derzeitige Situation im Mobile Recruiting sowie im HR wider: Trotz technologischem Fortschritt dauert die Umsetzung extrem lange, denn nicht alle Arbeitgeber – egal ob Konzern, Mittelstand oder Start-up Dienstleister – sind Technologie-affin und marschieren im gleichen Tempo in die Zukunft, wie das Beispiel Beiersdorf mit seinem lähmend langsamen Fortschritt der Karrierewebseite zeigte. All diese Entwicklungen gehen schlussendlich einher mit einer notgedrungen höheren Komplexität.

 

Das Indeed Mobolt-Entwicklungsteam um Kshitij “KJ” Jain kann nicht mit einer Nobelpreis-ähnlichen Auszeichnung rechnen. Hervorragende Software-Technologie wird am Markt durch hohe Verkaufszahlen und Alleinstellungsmerkmale honoriert. Andererseits gibt es im Software-Bereich keine Kritiker wie es im Fall von Francis Crick und James Watson geschah. Der renommierte Chemie-Professor Erwin Chargaff, der an der Columbia Universität in New York Biochemie lehrte, stufte die Entdecker der Double Helix DNA und späteren Nobelpreisgewinner Crick und Watson zu Beginn deren Karriere als „wissenschaftliche Clowns“ ein.

 

Nach der Entlassung direkt auf mobile Stellensuche
…und danach ganz schnell und direkt auf mobile Stellensuche

Weiterführende Links

Gegen die Uhr. Die hektische Suche nach einem entschleunigten Leben. DER SPIEGEL Print-Ausgabe Nr. 36 vom 1.9.2014

Indeed MoBolt: http://mobolt.net/

Mobile Recruiting ist noch kein Zuckerschlecken. Dominik Hahn präsentiert die Erfahrungen der Allianz. http://crosswater-job-guide.com/archives/43960

Viele Falten und Furchen: Die Karrierewebseite von Beiersdorf

Mobile Optimierung von Stellenanzeigen: Any2Html

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu „Mobile Recruiting: Mit Tempo 180 in die Warteschlange“

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