Das Mantra vom langsamen Tod der Jobbörsen

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Gabriel Garcia Marquez: Die Chronik eines angekündeten Todes
Fast tauchen Erinnerungen aus der Literaturwelt auf, an das Buch „Die Chronik eines angekündigten Todes“, wenn im Recruiting wieder einmal das populäre Mantra vom langsamen Tod der Jobbörsen, der Stellenanzeigen, der Bewerbermappe, des Jobinterviews oder der Eignungsdiagnostik gemurmelt wird.

In einer Welt des digitalen Hypes haben steile Thesen haben Hochkonjunktur – und mit einem Pfffff entfleucht die Luft aus dem Ballon, sobald harte Fakten gefragt sind. Aber dann sind die Prognosen-Gurus längst über alle Berge. Recruiter müssen sich dann in ihrer täglichen Arbeit solche Fragen gefallen: „Wieso schalten Sie noch Stellenanzeigen in Jobbörsen – die sind doch schon längst tot!“ .

Dann hilft nur noch bis 10 zählen, tief Luft holen und mit dem klassischen Elevator Pitch in 60 Sekunden demonstrieren, weshalb das alles nicht so stimmt.

Zwei Beispiele für den Elevator Pitch

Die digitale Strategie des Axel Springer Verlags ist ja hinlänglich bekannt – was weniger bekannt ist sind die Ertragszahlen der ASV Digital Classified Division, in der u.a. Jobbörsen wie Stepstone, Hotelcareer, Meinestadt.de, Totaljobs und andere zusammengefasst sind.

Axel Springer und General Atlantic starteten ihre strategische Partnerschaft im Frühjahr 2012 mit der Gründung von Axel Springer Digital Classifieds. Zu Beginn umfasste das neue Joint Venture das führende französische Immobilienportal SeLoger, das deutsche Immobilienportal Immonet und die europäische Jobbörse StepStone. Die vorhandenen Angebote wurden in einer eigenständigen Gesellschaft konsolidiert. Kombiniert mit der Expertise von General Atlantic, konnte Axel Springer das Geschäft im attraktiven Segment der digitalen Rubrikenangebote als Teil der Digitalisierungs- und Internationalisierungsstrategie gezielt ausbauen. Ziel der Partnerschaft war es, Möglichkeiten für schnelles Wachstum und weitere Internationalisierungsschritte zu schaffen, indem Angebote in einer Gesellschaft mit sehr guter Kapitalausstattung gebündelt wurden. Das Portfolio wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut und um weitere Stellenportale (wie Totaljobs, Saongroup, YourCareerGroup, Jobsite und Drushim), Immobilienportale (wie Immowelt und Immoweb), das Regionalportal meinestadt.de, das Autorubrikenportal LaCentrale und das führende israelische Rubrikenportal Yad2 erweitert. Nahezu alle Rubrikenportale im Portfolio von Axel Springer Digital Classifieds sind Marktführer in ihrem jeweiligen Segment.
(Quelle: Pressemeldung von Axel Springer)

2012 2013 2014
Gesamtumsatz in Mio. Euro 2.373,30 2.801,40 3.037,90
Anteil digitale Medien in % 42,4 47,5 53,2
Ebitda-Rendite gesamt in % 18,2 16,2 16,7
Ebitda-Rendite digitale Medien in % 49,4 62 72,1
(Quelle: Axel Springer, HORIZONT 3/2016)

Wenn einer der führenden Digital-Verlage in Europa den Anteil der digitalen Medien an den Erlösen auf über 53% schraubt kann das Jobbörsen-Siechtum ruhig noch eine Weile andauern.

Ein zweites Beispiel stammt von UndercoverRecruiting.com: In einem Infochart werden die wichtigsten Fakten zusammengestellt, weshalb Jobbörsen eigentlich noch nicht tot sind.

 

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(Quelle: UndercoverRecruiter)

 

1 Kommentar zu „Das Mantra vom langsamen Tod der Jobbörsen“

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