Monster Management Fluktuation: Gutz wird vierter CEO in fünf Jahren

Die hohe Fluktuationsrate im Top-Management von Monster Worldwide setzt sich fort

Scott Gutz

Am 2. Juli 2018 ist es soweit. Scott Gutz wird neuer CEO bei Monster Worldwide in Weston (Mass., USA). Er ersetzt den bisherigen CEO Mark Stoever, der nur eine kurze Verweildauer von 18 Monaten in der Chef-Etage aufweisen konnte. Scott Gutz, bisheriger CEO des Travel-Technologie-Anbieter Amadeus ist damit der vierte CEO innerhalb von weniger als fünf Jahren.

Sal Iannuzzi bekleidete die Position als CEO von 2007 – 20014 und war eher glücklos in seinem Versuch, Monster durch straffes Kostenmanagement und den Verkauf von Jobbörsen-Beteiligungen auf die Erfolgsspur zu bringen. Iannuzzi war über 20 Jahre lang bei Bankers Trust in verschiedenen Führungspositionen in Compliance und Financial Controlling und galt als Experte, wie Bloomberg zusammenfasst:

With nearly 30 years of experience in the financial services industry, he is a proven expert in achieving world-class general and administrative performance including improvements in business management and expansion, productivity, cost structure, business support, financial controls and reporting.

Iannuzzi fokussierte seine Management-Prioritäten bei Monster auf Zahlen statt Menschen. Vorbei waren die Tage, in denen die Kunden, Jobsuchende und Arbeitgeber im Mittelpunkt des Unternehmens stehen sollte.

Sal Iannuzzi, Monster CEO. Quelle: Secretsites/JOBlog

During a Monster town hall earlier this year, when CEO Iannuzzi had his entire organization gathered together, he didn’t mention job seekers once. Instead, he told his team that the sole goal of their new strategy was to increase the stock price. Not help customers, not improve the industry, just increase the earnings. Their business was no longer about making people’s lives better; it was about making money, end of story.

(Lisa Earle McCleod: The real reason Monster’s CEO lost his job.)

 

Auch die angestrebte Veräußerung von Monster an einen neuen Eigentümer zogen sich sehr lange hin, bis letztlich der niederländische Recruiting-Konzern Randstad Holding den weltweiten Jobbörsen-Pionier übernahm.

Börsenkurs von Monster Worldwide: Nach dem Höhenflug der dot.com Euphorie erfolgte der Absturz in die Bedeutungslosigkeit
Tim Yates

Auf Sal Iannuzzi folgte Tim Yates von 2014 bis 2016, in dessen Amtszeit der Verkauf von Monster an den niederländischen Recruiting- / Zeitarbeitskonzern Randstad Holding für US-Dollar 429 Millionen erfolgte. Auf Yates folgte Mark Stoever, der erst vor 18 Monaten als CEO ernannt wurde.

In den Jahren von 2011 bis 2015 zeigte ein Blick auf die Operating-Marge das ganze Dilemma des international agierenden Konzerns: Während Monster in den USA eine eigentliche ordentliche Operating Marge erzielte, war das internationale Geschäft nachhaltig nicht mehr profitabel.

Monster Worldwide: Entwicklung der Operating Margins Nordamerika und International

Nun soll mit Scott Gutz ein branchenfremder Manager Monster wieder auf Erfolg trimmen. Wie aus einer Pressemitteilung von Monster Worldwide hervorgeht, soll ein nahezu komplett neues Management Team das Recruiting-Wagenrad neu erfinden:

Chris Cho, Chief Product Officer, Monster Worldwide

Over the last six months, the company has brought in an almost entirely new executive team, with the goal of evaluating all of the company’s offerings and looking for opportunities to better serve both customers and candidates. As part of this effort, Monster’s product and marketing teams—now led by Chief Product Officer Chris Cho, formerly of TMP Worldwide, and Chief Marketing Officer Jonathan Beamer, formerly of SolarCity—have been analyzing the job search experience on Monster’s own site as well as across the industry. What they found left them disappointed on both fronts.  They discovered that Monster had been following the trend of an industry that commoditizes individuals—turning what should be a transformational experience into something that is purely transactional.

Dem neuen Management-Team im Hauptquartier in Weston, Massachussets (USA) stehen unruhige Tage bevor. Einige der Wettbewerber schwächeln, Indeed  dominiert den US-Jobbörsen-Markt, sieht sich aber durch Google for Jobs herausgefordert.

Die Dominanz von Indeed.com wird auch durch die Reichweiten-Zahlen (Monthly Visits) bestätigt. Monster.com erzielt 23 Millionen Visits, Indeed.com hingegen 359 Millionen (Quelle: SimilarWeb)

Das neue Monster-Management geht seine Hausaufgaben gründlich an und lässt keinen Stein auf dem anderen. Es wäre eigentlich zu wünschen, dass der Pionier der Jobportal-Szene wieder Menschen statt Zahlen in den Mittelpunkt stellt – und damit wieder erfolgreich wird.

Ein Beitrag von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

 

 

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