Recruiting: Reichweiten-Analyse zeigt Stärken und Schwächen der Jobbörsen

Von Gerhard Kenk, Crosswater Job Guide

Mit der Auswahl der richtigen Jobbörse legen Recruiter den Grundstein für eine erfolgreiche Personalbeschaffung. Die Anzahl der publizierten Stellenanzeigen in Verbindung mit der erzielten Reichweite sind wichtige quantitative Entscheidungskriterien. Diese Zahlen sollten jedoch nur bei gleichartigen Jobportalen innerhalb einer klar umgrenzten Zielgruppe miteinander verglichen werden. In einer Umfrage beurteilen Bewerber Jobbörsen nach Zufriedenheitsgrad und Weiterempfehlungsrate. Transparenten Nutzerbewertungen helfen Recruiter, qualitative Unterscheidungsmerkmale der Jobbörsen besser zu erkennen. Stellenanzeigen sollten in Jobbörsen mit einer soliden Reichweite und zufriedenen Bewerbern geschaltet werden.

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Mehr Transparenz? Die Stufen zu digitalen Aussichtsplattformen müssen Recruiter selbst erklimmen

 

Für Bewerber war es 2016 ganz klar, welches die besten Jobportale sind: Mit über 15.000 Bewertungen  fiel das Verdikt der Jobbörsen-Kompass-Umfrage eindeutig aus. Stepstone gewann den ersten Platz bei den Generalisten, Staufenbiel Institut setzte sich bei den Spezialjobbörsen durch. Bei den Jobsuchmaschinen gab es ein „Déjà-vu“: Kimeta wurde von den Umfrageteilnehmern als beste Jobsuchmaschine ausgezeichnet – und bestätigten so ihren in den vergangenen Jahren erzielten Spitzenplatz.

Im Bewertungsschema der Jobbörsenumfrage spielt neben den qualitativen Aspekten wie Benutzerzufriedenheit, Suchqualität oder Weiterempfehlungsrate auch die von einer Jobbörse erzielte Reichweite eine wichtige Rolle. Doch hier scheiden sich die Geister: Welches Messverfahren ist geeignet, welches liefert öffentlich zugängliche Resultate und wie lassen sich die Einzelaspekte interpretieren?

 

Überblick der externen Reichweitenmessverfahren

 

Eine Reihe von Unternehmen bieten unterschiedliche Reichweiten-Messverfahren an, die teilweise auf den Marktforschungskonzepten von User Panels basieren. Einige, wie z.B. Comcast oder Anzeigendaten.de bieten diese Informationen kostenpflichtig an. Öffentlich zugängliche und kostenfreie Messverfahren gibt es hingegen nur wenige.

IVW

Das Messverfahren der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. ist ein seit langem etabliertes Verfahren und basiert darauf, dass Webmaster des Jobbörsen-Betreibers sogenannte Zähl-Pixels im HTML-Format auf den zu messenden Webseiten einfügen. Die Auswertung der erzielten Reichweite erfolgt auf monatlicher Basis und steht öffentlich zur Verfügung. Die Teilnahme am IVW-Verfahren ist für Portalbetreiber kostenpflichtig und hat sich bei Jobbörsen kaum durchgesetzt, lediglich Stepstone, Autojob, Kalaydo oder Kimeta nehmen daran teil.

 

Alexa

Alexa ist eine Tochtergesellschaft von Amazon und betreibt seit vielen Jahren die Erhebung des Alexa-Rankings. Diese Zahl verdeutlicht die relative Reichweitenposition einer Webseite im Vergleich mit anderen Webseiten, sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene. Wie nicht anders zu erwarten ist, belegt Google den Alexa-Rang 1, gefolgt von Facebook auf Rang 2. Die Arbeitsagentur liegt auf Ranglistenplatz 3,072, Stepstone erzielt international den Ranglistenplatz 5,672, während Monster Deutschland auf Rang 15,113 landet.

chart_alexa_Traffic_Analyse_Arbeitsagentur_2017_01

SimilarWeb: Marktführer bei der externen Reichweitenmessung

Mit der 2009 gegründeten Firma SimilarGroup bzw. dem Angebot unter www.SimilarWeb.com betritt ein Newcomer der Reichweitenmessung die Arena des Wettbewerbs. Innerhalb kürzester Zeit hat sich SimilarWeb als ein de-facto-Standard der Reichweitenmessung etabliert. Im Gegensatz zu Alexa (relatives Ranking) basieren die Messungen von SimilarWeb auf den monatlichen Besuchern einer Webseite. Aber damit ist nicht genug: Die monatlichen Zahlen werden beispielsweise nach der Struktur des Traffics (Direkte Aufrufe, Referrals, Suchmaschinen, Social Media, Mail oder Display (Anzeigen-Verlinkung) weiter aufgegliedert.

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Bei Medienportalen spielen Jobbörsen im Aufmerksamkeitswettbewerb eine untergeordnete Rolle

Zahlreiche Medienportale wie Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online oder auch Spezialisten wie Kress.de oder PR-Journal integrierten eigene oder affiliierte Jobbörsen als Beimischung zum redaktionellen Content. Nicht immer gelingt in solchen Konstellationen ein genauer Blick hinter die Kulissen der Reichweitenmessung – doch es ist zu vermuten, dass der auf die Jobbörse entfallende Besucheranteil relativ klein ist. Einige Medienportale verschleiern die Reichweitenmessung, indem sie ihre Jobbörsen nicht als Sub-Domain (wie z.B. beim PR-Journal), sondern in einem Unterverzeichnis „verstecken“ und somit die genauen Zuordnung der Besucherzahl verschleiern.

Deshalb ist die Differenzierung der Reichweitenzahlung bei Mixed-Content-Webseiten von besonderem Interesse, um zu möglichst genauen Besucherzahlen zu kommen.

So erzielte beispielsweise die Arbeitsagentur im August 2016 insgesamt 13,8 Millionen Besucher, jedoch nur 58% der Besucher betrafen die Jobbörse der Arbeitsagentur. Staufenbiel, eine Jobbörse für Studenten, Absolventen und Young Professionals (SAYs) erzielte 922.000 Besucher, während Wettbewerber UNICUM als Anbieter eines gemischten Contents insgesamt 546.000 monatliche Besucher verzeichnete, auf das UNICUM Karrierezentrum entfielen jedoch nur 34% der monatliche Besucher. Die beim PR-Journal integrierte Jobbörse kommt auf einen Besucheranteil von 34%. SPIEGEL online verzeichnete Ende Dezember 2016 rund 110 Millionen Besucher, der Stellenmarkt hingegen wurde gerade einmal von 2.800 Besuchern aufgerufen.

 

Torsten Hein ist Geschäftsführer bei Kimeta.de (Jobsuchmaschine)

Torsten Hein

Reichweiten-Vergleich: Das Déjà-vu Erlebnis bei der Jobsuchmaschine Kimeta

Wenn es um den Bekanntheitsgrad und den Wiedererkennungswert einer Marke im Recruiting geht, ist Kimeta schon ein positives Phänomen. In der Öffentlichkeitsarbeit hält sich das Team um die Geschäftsführer Torsten Hein und Alexander Roß dezent zurück, publiziert kaum Pressemitteilungen oder präsentiert die Kimeta-Suchtechnologie so gut wie nie auf einschlägigen HR-Konferenzen. Und Fernsehwerbung, wie es Konkurrenten wie Indeed, Jobware, Monster oder Stepstone praktizieren, dürfte den Darmstädter Spezialisten der Künstlichen Intelligenz eher verpönt sein. Doch offensichtlich wirkt Kimeta bei Arbeitgebern und Bewerbern auf eigene Weise.

  • Mit über 2 Millionen Stellenanzeigen bietet Kimeta zur Zeit die umfangreichste Datenbank an Jobangeboten
  • Kimeta verzeichnet mit 1,8 Millionen monatlichen Besuchern mehr als das doppelte der Reichweite von Gigajob und liegt deutlich vor Jobrapido mit 1.5 Millionen Besuchern
  • Ein Blick auf die Herkunftsquellen der Besucher (Traffic Sources lt. SimilarWeb.com) zeigt im Vergleich zwischen Kimeta.de und Jobrapido die wirkliche Stärke: Über 70% der Kimeta-Besucher kommen über eine Suchanfrage, z.B. nach einem Jobangebot oder Arbeitgeber, auf die Kimeta-Jobsuchmaschine. Bei Jobrapido sind es lediglich 42%.
  • Beim Direkt-Aufruf liegt Kimeta mit 23% des Besucherverkehrs fast um die Hälfte hinter Jobrapido mit 45%. Dieser Unterschied ist eine Indikation, dass das Branding von Jobrapido  erfolgreicher ist als dasjenige von Kimeta.
  • Strategisch setzt Kimeta für die Reichweitensteigerung auf SEO und die vielen damit zusammenhängenden Aktivitäten, damit die Webseite von Kimeta und natürlich die publizierten Stellenanzeigen im Web eine hohe Sichtbarkeit genießen.
Quelle: SimilarWeb.com

Herkunft der Besucher: Kimeta (blau) und Jobrapido.de (gold) Quelle: SimilarWeb.com

Das Déjà-vu Erlebnis

Viele Studien legen nahe, dass bei Gesunden etwas Ähnliches passiert, wie bei den Epileptikern. Zwar erleiden sie keinen Anfall, aber in ihren Gehirnen  zeigt sich eine seltene Form der elektrischen Aktivität im gleichen Bereich des Gehirns, dem parahippocampalen Areal im Temporallappen. Diese Gedächtnisregion liegt tief im Gehirn und ist verantwortlich für das Gefühl der Vertrautheit. Manche Leute sorgen sich daher, ob sie Epilepsie haben, wenn sie ein Déjà-vu erleben. In Wirklichkeit ist es viel wahrscheinlicher, dass man ein Déjà-vu hat, wenn man müde, jung, betrunken oder auf bestimmten Drogen ist. All das legt nahe, dass es eine körperliche Ursache für ein Déjà-vu gibt. Quelle: Gehirn.info – Der Kosmos im Kopf.

 

Generalisten im Reichweitenwettbewerb

Stepstone hat schon vor geraumer Zeit die Rolle des „Platzhirschs“ unter den deutschen Jobbörsen von Monster übernommen. Nach der Übernahme von Jobpilot war Monster lange Zeit die Nr. 1 unter den Generalisten, doch im Zusammenhang mit den unternehmerischen Problemen der Muttergesellschaft Monster Worldwide wurde Monster kürzlich von Randstad übernommen. Dabei bleibt es abzuwarten, wie sich der Wechsel der Eigentümersituation auf die Marktposition von Monster Deutschland auswirkt.

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Step-by-Step überwinden Bewerber die Hindernisse auf dem Karrierepfad

 

Ein Blick auf die SimilarWeb-Traffic-Zahlen von Stepstone und Monster zeigt auf, dass die Reichweiten in den letzten 6 Monaten sich nahezu synchron entwickelt haben. Im Sommer verzeichneten beide Jobbörsen eine hohe Besucheranzahl, diese nahm gegen Ende des Jahres als Folge des Xmas-Blues sukzessive ab.

 

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Reichweiten-Entwicklung der letzten 6 Monate: Stepstone (blau), Monster Deutschland (gold)

 

 

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Vergleich der Reichweiten-Herkunftsquellen: Stepstone (blau), Monster Deutschland (gold)

Bei der Herkunft der Besucher liegt Stepstone in der wichtigen Kategorie der Direkt-Aufrufe mit 48,01% gegenüber Monster Deutschland mit 38,16% vorne. Konkret bedeutet dies, dass knapp die Hälfte aller Webseitenbesucher direkt auf Stepstone.de gehen, ohne Umwege über Links (Referrals) oder Suchmaschinen (z.B. Google). Diese dominante Stellung bei den Direkt-Aufrufen ist das direkte Ergebnis des „Branding“, der Markenbildung einer Jobbörse. In der Summe fließen hier Effekte wie Fernsehwerbung, Mund-zu-Mund-Propaganda, ein hoher ungestützter Bekanntheitsgrad oder auch Empfehlungsmarketing bei Jobbörsen-Nutzerumfragen wie Jobbörsen-Kompass.de zusammen.

Der Besucher-Traffic der anteilig durch Referrals bzw. Link-Weiterleitungen zustande kommt, ist bei beiden Jobbörsen relativ ähnlich, Stepstone hat mit 23,41% des Referral-Traffic einen relativ knappen höheren Anteil als Monster Deutschland (20,20%). Bei der Search-Engine-Optimierung (SEO) scheinen die digitalen Online-Marketing-Experten bei Monster ihre Hausaufgaben zufriedenstellend gelöst zu haben. Hier liegt der Search-Traffic-Anteil von Monster Deutschland mit 37,33% eindeutig vor dem Stepstone-Anteil (23,16%). Doch in dieser Diskussion über die Traffic-Strukturen verblassen die absolut Zahlen: Stepstone erzielte im Dezember 2016 trotz Weihnachtsflaute über 5,3 Millionen Besucher, Monster Deutschland hatte mit 1,5 Millionen Besucher nur das Nachsehen.

Die digitale Symbiose der Jobbörsen und Jobsuchmaschinen

Ein Blick auf die Statistik der „Top Referring Sites“ bei Stepstone und Monster zeigt auf, dass Jobbörsen und Jobsuchmaschinen eine digitale Symbiose, also ein Zusammenleben in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis, eingegangen sind. Jobsuchmaschinen sammeln durch ihre Crawler Stellenanzeigen von Karriereseiten der Arbeitgeber sowie anderen Jobbörsen und publizieren diese in ihrem Index. Andererseits vereinbaren Jobbörsen mit den Betreibern von Jobsuchmaschinen eine Pay-per-Click Vergütung, so schließt sich der Kreislauf der digitalen Symbiose. Jobsuchmaschinen sind demzufolge ein wichtiger Traffic-Beschaffer der Jobbörsen und finanzieren diese Besucher-Beschaffung über ein Pay-per-Click-Preismodell.

Es zeigt sich, dass Stepstone und Monster auf unterschiedliche Jobsuchmaschinen bei der Traffic-Beschaffung setzen. Bei Stepstone ist neben den führenden Jobsuchmaschinen auch die zum Axel-Springer-Verlag gehörende BILD-Zeitung dabei, Monster setzt neben Kimeta und Jobrapido auch auf „Home-grown“ Jobsuchmaschinen aus Deutschland, wie z.B. Gigajob, oder Backinjob.

Stepstone
Top Refering Sites
Monster
Top Refering Sites
1. Indeed 1. Jobrapido
2. Kimeta 2. Gigajob
3. Jobworld 3. Backinjob
4. Jobrapido 4. Kimeta
5. BILD.de 5. Jobworld

 

Die Reichweite der Spezialjobbörsen

Klein aber fein – mit diesem Bonmot können Recruiter und Bewerber die Lage der Spezialjobbörsen umschreiben. Doch Selbstdisziplin ist das wichtigste Kriterium, wenn es um Vergleiche bei Spezialjobbörsen geht. Das No-Go #1 ist ein Vergleich einer Spezialjobbörse mit einem Generalisten oder einer Jobsuchmaschine. Das zweite No-Go sind Vergleiche von Spezialjobbörsen, die nicht ein und derselben Zielgruppe angehören. Der Recruiting-Markt für Rechtsanwälte unterscheidet sich gravierend vom Arbeitsmarkt der MINT-Berufe, deshalb ist eine stringente Einhaltung der Zielgruppen-Grenzen notwendig.

Der Reichweitenvergleich im Recruiting-Segment der Studenten, Absolventen, Young Professionals (SAYs) liefert einige Erkenntnisse, die für die Jobbörsen-Auswahl und das Schalten von Stellenanzeigen wichtig sind.

Staufenbiel Institut, Absolventa und UNICUM Karrierezentrum belegen die ersten drei Plätze im Umfrage-Ranking der Spezialjobbörsen. Doch welche Merkmale zeigen diese drei Spezialjobbörsen  bei ihrer Reichweite auf?

Staufenbiel Institut erzielte Ende Dezember 2016 lt. SimilarWeb insgesamt 673.700 Besucher. Bei der Herkunft der Besucher zeigten sich interessante Schwerpunkte.

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Besucher-Herkunftsquellen Staufenbiel Institut Dezember 2016 (Quelle: SimilarWeb.com)

 

Absolventa verbuchte im Dezember 2016 insgesamt 603.400 Besucher. Dabei zeigt sich, dass die Besucher-Herkunftsquellen ähnliche Schwerpunkte wie Staufenbiel Institut aufweisen.

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Besucher-Herkunftsquellen Absolventa Dezember 2016 (Quelle: SimilarWeb.com)

Die Besucher-Herkunftsquellen bei UNICUM Karriere (karriere.unicum.de) zeigt im Vergleich mit Staufenbiel Institut und Absolventa den höchsten prozentualen Anteil an Direkt-Besucher, der Anteil der Besucher via organischer Suche bei Suchmaschinen ist entsprechend geringer. Allerdings verbucht UNICUM Karriere von allen drei Spezialjobbörsen der gleichen Zielgruppe mit 87.800 Besuchern (Dezember 2016) nur ein Bruchteil dessen, was Staufenbiel Institut oder Absolventa erzielen.

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Besucher-Herkunftsquellen UNICUM Karriere Dezember 2016 (Quelle: SimilarWeb.com)

Die Schlussfolgerungen liegen auf der Hand: Sowohl Staufenbiel Institut als auch Absolventa haben ihre SEO-Aktivitäten gut umgesetzt und erzielen einen hohen Besucheranteil aus der organischen Suche. Dies geht jedoch zu Lasten der Direktaufrufe der beiden Jobbörsen und macht deutlich, dass Branding-Aspekte sowie Wiedererkennungswerte bei beiden Jobbörsen noch deutlich gesteigert werden können.

UNICUM Karrierezentrum hingegen zeigt eine ausgewogene Besucher-Herkunftsstruktur mit einem relativ hohen Anteil an direkten Besuchern – hier scheint das Branding und die Wiedererkennung der Marke UNICUM  zu stimmen. Allerdings hat UNICUM Karrierezentrum noch einige Hausaufgaben zu erledigen, um bei den absoluten Reichweitenzahlen das Niveau der Wettbewerber zu erreichen.

Die Reichweiten-Analyse anhand der von SimilarWeb bereitgestellten Zahlen beantwortet zusammenfassend folgende Fragen:

  • Wieviele Besucher kommen monatlich auf eine Jobbörse?
  • Wie ist die historische Entwicklung der Besucherzahlen?
  • Wie spiegelt sich das Branding einer Jobbörse wieder?
  • Welchen Einfluss haben Links / Referrer auf die Besucherzahl?
  • Wie erfolgreich ist die Jobbörse bei der Search-Engine-Optimierung?
  • Wie stark reduzieren sich bei Mixed-Content-Medien-Portalen die Jobbörsen-Besucher?
  • Welchen Anteil haben Social Media, Job-Mail-Agenten und Display-Werbung am gesamten Besucheraufkommen?

Diese Daten sind öffentlich und kostenlos zugänglich und sind Antibiotika gegen das digitale Rumpelstiltzchen-Syndrom („Oh wie gut dass niemand weiß….“).

Handlungsempfehlungen für die Praxis des Recruiting

Die Auswahl der richtigen Jobbörse ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Personalbeschaffung. Inserieren Arbeitgeber gute Jobangebote in den falschen Jobbörsen, werden sie von den gewünschten Kandidaten nicht gesehen. Anhand der Reichweite können Recruiter schon im Vorfeld erkennen, ob eine Jobbörse „brummt“, also viele Stellensuchende als Besucher anlocken.

10 Tipps für die richtige Jobbörsen-Auswahl

So gehen Sie als Recruiter vor:

  1. Installieren Sie im Google Chrome Browser eine Erweiterung, um die Reichweitenzahlen von SimilarWeb bequem per Click angezeigt zu bekommen („SimilarWeb – Site Traffic Sources and Ranking“)

2. Anhand der Eigenschaften des Wunschkandidaten können Recruiter ein Arbeitsmarktsegment festlegen und so die Auswahl der richtigen Jobbörse eingrenzen. Eine Liste der Spezialjobbörsen für IT-Mitarbeiter finden Sie im Crosswater Job Guide hier, auf Bewerber der Hotel- und Gastronomiebranche haben sich Spezialjobbörsen hier fokussiert.

3. Achten Sie auf den richtigen Namen einer Jobbörse. Lernen Sie ähnlich klingende Jobbörsen zu unterscheiden und vermeiden Sie Konfusion. Beispiele: Jobbörse.com, Jobbörse.de, Jobboerse.de, Bankjob.de, Bankjob24.de usw.

4. Achten Sie bei den einzelnen Jobbörsen zunächst auf zwei Merkmale: erstens die Reichweite gemäss SimilarWeb, zweitens die Anzahl der publizierten Stellenanzeigen.

5. Erkennen Sie frühzeitig die schwarzen  Schafe unter den Jobbörsen. Die Jobbörse Bankjob24.de publiziert über nach eigenen Angaben 1.441.524 attraktive Jobs im In- und Ausland (Eigenaussage), wurde aber gemäß Reichweitenstatistik von SimilarWeb von weniger als 50 Besuchern pro Monat aufgerufen. Bankjob.de hingegen

6. Die kurze Besetzungsdauer ist wichtiger als die Kosten eines Stelleninserats. Der Preis einer Stellenanzeige kann eigentlich vernachlässigt werden. Recruiter sind an einer schnellen und zuverlässigen Besetzung einer offenen Stelle interessiert und sollten dabei die Gesamtkosten der Beschaffung (Cost-to-fill) nicht aus den Augen verlieren. Die durchschnittliche tatsächliche Besetzungsdauer in Deutschland ist lt. IAB-Statistik von 70 Tagen im Jahr 2010 auf 85 Tage in 2015 gestiegen, eine Zunahme von 21%.

7. Haben Sie bei der Stellenbesetzung Schwierigkeiten wegen fehlenden Standortvorteilen, sollten Sie auch die Möglichkeiten von regionalen Jobbörsen berücksichtigen. Bewerber aus Ihrer Region brauchen nicht für eine neue Stelle umziehen und kennen die Stärken und Schwächen ihrer Heimat ganz genau. Eine Übersicht der regionalen Jobbörsen in Deutschland finden Sie hier im Jobbörsen-Verzeichnis von Crosswater Job Guide.

8. Die Erfolgschancen beim Jobbörsen-Einsatz können verbessert werden, wenn Sie für Ihre Wunschkandidaten zweigleisig Stellenangebote schalten: Ersten bei einer guten Generalisten-Jobbörse, zweitens bei einer Spezialjobbörse mit Spezialisierung auf die genaue Zielgruppe der Kandidaten.

9. Stellenanzeigenpakete sind die Gießkanne des bequemen Recruiter. Zahlreiche Medienagenturen haben attraktive Pakete zusammengestellt, die Jobinserate auf mehreren Jobbörsen platzieren. Die Gesamtkosten eines Anzeigenpakets liegen erheblich unter der Summe von Einzelinseraten und Recruiter können häufig unter Paketen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auswählen. Im Vorfeld sollten Recruiter sich jedoch über die Reichweiten der einzelnen Jobbörsen erkundigen, vielleicht ist bei den vorgeschlagenen Jobbörsen auch eine dabei, die eher als „Sättigungsbeilage“ zu verstehen ist.

10. Vergessen Sie nicht, dass die Auswahl der richtigen Jobbörsen keine Garantie für viele qualitative Bewerbungen ist. Unabhängig von der genutzten Jobbörse müssen auch die Hausaufgaben beim Texten der Stellenanzeige und dem Verfassen einer attraktiven Employer Branding Message gemacht werden.

 

Auf dem Transparenzgipfel

Auf dem Transparenzgipfel

Bewertungsportale und Empfehlungsmarketing: Die Königsdisziplin

Längst pfeifen es alle digitalen Spatzen vom Dach, wie wichtig das Internet und Bewertungsportale für die Kauf- bzw. Nutzungsentscheidung der Konsumenten ist. Auch Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohler bestätigt diese Auffassung:

Dr. Bernhard Rohleder

Dr. Bernhard Rohleder

„Kunden nutzen das Internet zunehmend als Informationsquelle, bevor sie auf den Kaufen-Button drücken. Unabhängige Bewertungen können ein guter Wegweiser durch die große Auswahl im Netz sein.

Mit transparenten Bewertungen auf ihrer Homepage können Online-Shops ihren Kunden wichtige Kaufhilfen bieten und gleichzeitig das Vertrauen potenzieller Neukunden gewinnen und sich von anderen Online-Händlern positiv absetzen.“

 

Was für Arbeitgeberbewertungsportale oder Online-Shops gilt, ist direkt auf den vielschichtigen und intransparenten Marktplatz der Jobportale übertragbar.

Jobbörsen-Kompass: Umfrageergebnisse zeigen den Königsweg zu den richtigen Kandidaten

Die Ergebnisse der Jobbörsen-Nutzerumfrage von Jobbörsen-Kompass.de (…powered by Crosswater Job Guide) tragen natürlich dazu bei, den Bekanntheitsgrad der besten Jobportale in Deutschland zu steigern und eine Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Jobbörsen zu geben. Bei den Umfrage-Ergebnissen stehen qualitative Kriterien im Vordergrund. In erster Linie geht es aus Sicht der Bewerber um

  • Zufriedenheitsgrad
  • Suchqualität
  • Weiterempfehlungsrate.

Anhand dieser Nutzerbewertungen können Recruiter schnell herausfinden, ob Bewerber mit bestimmten Jobbörsen zufrieden sind und ob sie diese weiter empfehlen würden. Gleichzeitig können die Jobbörsen-Bewertungen mit den demografischen Merkmalen der Bewerber verknüpft werden, jedoch ohne persönliche Daten. Diese Kreuzanalyse liefert wertvolle Hinweise für eine zielgruppengerechte Jobbörsenauswahl.

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Einzelergebnisse: Die besten Jobbörsen 2016

Gattung Generalisten

Rang Name Zufrieden-
heit
Such-
qualität
Weiter-
empfehlungs-
quote
Anzahl
Bewer-
tungen
Reichweite
Monatliche
Besuche
1 Stepstone Deutschland 4,93 4,78 0,90 2029 7.331.180
2 XING Stellenmarkt 4,47 4,30 0,80 1306 1.797.708
3 Indeed.de 4,73 4,62 0,84 774 8.199.180
4 Monster Deutschland 4,19 4,09 0,71 1164 1.177.920
5 Arbeitsagentur 3,97 3,98 0,67 372 8.139.600
6 LinkedIn 4,70 4,49 0,83 560 330.000
7 Jobware 4,66 4,62 0,79 82 337.458
8 Yourfirm 5,32 5,22 0,89 47 645.537
9 Meinestadt 4,24 4,17 0,71 71 1.839.620
10 ZEIT 4,45 4,47 0,85 56 206.555

Gattung Spezialisten

Rang Name Zufrieden-
heit
Such-
qualität
Weiter-
empfehlungs-
quote
Anzahl
Bewer-
tungen
Reichweite
Monatliche
Besuche
1 Staufenbiel Institut 5,75 5,54 0,95 2526 920.104
2 Absolventa 4,43 4,33 0,80 198 858.027
3 UNICUM Karrierezentrum 5,46 5,31 0,94 190 224.176
4 foodjobs.de 6,01 5,93 0,98 210 27.600
5 TW Jobs Textilwirtschaft 5,31 5,21 0,97 218 28.300
6 jobvector 5,03 4,90 0,91 97 293.100
7 fashionunited 4,97 4,69 0,95 103 123.400
8 LZJobs.de Lebensmittel Zeitung 5,57 5,41 0,93 124 19.600
9 Jobmensa 4,47 4,47 0,79 107 387.838
10 T5-KarrierePortal 5,65 5,45 0,96 115 16.300

Gattung Jobsuchmaschinen

Rang Name Zufrieden-
heit
Such-
qualität
Weiter-
empfehlungs-
quote
Anzahl
Bewer-
tungen
Reichweite
Monatliche
Besuche
1 Kimeta 4,25 4,23 0,74 115 1.885.370
2 Jobrapido.de 3,97 3,87 0,66 68 1.280.000
3 Jobbörse.de 4,45 4,45 0,78 95 107.156
4 Jobboerse.de 4,20 4,20 0,76 41 14.249
5 Jobsuma.de 4,32 4,32 0,90 31 166.900
6 Jobworld 4,72 4,79 0,86 29 495.252
7 Backinjob 3,64 3,50 0,71 23 983.300
8 Jobsterne.de 4,95 4,67 0,90 21 55.160
9 Jobbörse.com 4,16 4,00 0,67 20 171.631
10 Gigajob 3,48 3,43 0,43 21 853.160

 

 

Über den Jobbörsen-Kompass

Der Jobbörsen-Kompass ist ein Bewertungsportal für Online-Jobbörsen im Internet. Unter www.jobboersen-kompass.de bringen die hier gesammelten Kandidaten- und Arbeitgeber-Bewertungen Licht in das Dunkel der richtigen Jobbörsen-Auswahl für Arbeitgeber und Jobsucher. Angelegt als Dauerumfrage ist es das erklärte Ziel des Portals für mehr Transparenz in einem manchmal schwer überschaubaren Markt zu sorgen. Betreiber und Initiator des Jobbörsen-Kompass ist Crosswater-Job-Guide, eines der meist gelesenen HR-Fachportale im Internet. Die Teilnahme an diesen Umfragen dauert jeweils nicht länger als drei bis fünf Minuten und ist unter www.jobboersen-kompass.de/arbeitgeber-umfrage beziehungsweise www.jobboersen-kompass.de/bewerber-umfrage erreichbar.

 

Weiterführende Links:

Absolventa

Alexa.com

Anzeigendaten.de

Backinjob

Gigajob

Indeed

IVW

Jobbörse der Arbeitsagentur

Jobbörsen-Kompass Umfrage

Jobrapido

Jobworld

Kimeta

Monster Deutschland

SimilarWeb.com

Staufenbiel Institut

Stepstone.de

UNICUM Karrierezentrum

 

 

 

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4 Kommentare zu „Recruiting: Reichweiten-Analyse zeigt Stärken und Schwächen der Jobbörsen“

  • IVW ist wirklich eine unabhängige, zuverlässige Bewertung (besser als anderen (Selbst)Messungen). Schade, dass Sie bei Ihren Recherchen nicht auf das PR-Journal und seine PR-Jobbörse gestoßen sind. Seit über fünf Jahren lassen wir uns messen. Nur nebenbei: mit 425 bezahlten Jobangeboten sind wir die größte spezielle Jobbörse im Internetr – zugegeben „nur“ im Bereich PR – aber uns reicht das. Vor allem bei den hervorragenden Zahlen! Schauen Sie doch mal rein. Vielleicht beim nächsten Mal – oder einfach mal kontakten. Beste Grüße Gerhard Pfeffer, Gründer und Herausgeber des PR-Journals (seit 2004).

  • Hallo Herr Pfeffer,

    Ja, IVW ist eigentlich ein gutes Messverfahren – leider werden nur etwa ein halbes Dutzen Jobbörsen in Deutschland (von etwa +1500 Jobbörsen) durch IVW gemessen. Auch wenn das Verfahren durchaus seriös ist, fehlt den Ergebnissen doch die Akzeptanz in der Branche der Jobbörsen.

    Bei den Recherchen zum Artikel hatte ich das PR-Journal durchaus auch „auf dem Radarschirm“:

    „Zahlreiche Medienportale wie Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online oder auch Spezialisten wie Kress.de oder PR-Journal integrierten eigene oder affiliierte Jobbörsen als Beimischung zum redaktionellen Content. Nicht immer gelingt in solchen Konstellationen ein genauer Blick hinter die Kulissen der Reichweitenmessung – doch es ist zu vermuten, dass der auf die Jobbörse entfallende Besucheranteil relativ klein ist. Einige Medienportale verschleiern die Reichweitenmessung, indem sie ihre Jobbörsen nicht als Sub-Domain (wie z.B. beim PR-Journal), sondern in einem Unterverzeichnis „verstecken“ und somit die genauen Zuordnung der Besucherzahl verschleiern.

    Deshalb ist die Differenzierung der Reichweitenzählung bei Mixed-Content-Webseiten von besonderem Interesse, um zu möglichst genauen Besucherzahlen zu kommen.“

    Viele Grüße nach Siegburg,
    Gerhard Kenk

  • […] 3) Recruiting: Reichweiten-Analyse zeigt Stärken und Schwächen der Jobbörsen In diesem lesenswerten Beitrag stellt Gerhard Kenk eine Reihe unterschiedliche Reichweiten-Messverfahren vor, die Personalern helfen können, das passende Jobportal zu finden. Neben den qualitativen Aspekten wie Benutzerzufriedenheit, Suchqualität oder Weiterempfehlungsrate, spielen Bewertungsschema der Jobbörsenumfrage eine gewichtige Rolle. Doch wodurch lassen sich die verschiedenen Verfahren unterscheiden und was liefert die gewünschten Resultate? Der folgende Beitrag bringt Licht ins Dunkel: Recruiting: Reichweiten-Analyse zeigt Stärken und Schwächen der Jobbörsen […]

  • […] Reichweiten-Analyse zeigt Stärken und Schwächen der Jobbörsen […]

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